»Dauerhaft auf Tiuphorenwache«

Vom Teamplayer zum Solokünstler tiuphorischer Raumschlachtgemälde.

Am heutigen 11. März 2016 ist die jüngste Gemeinschaftsarbeit von Jürgen Rudig und mir im PERRY RHODAN-Band 2847 erschienen. Thema der RZ ist ein »STERNSPRINGER der Tiuphoren«. Ursprünglich war diese Arbeit ganz anders geplant.

Wer die aktuelle PR-Handlung des Zyklus Die Jenseitigen Lande verfolgt, wird wissen, dass die STERNSPRINGER gewaltige abkoppelbare Kampfeinheiten sind der großen Tiuphoren-Habitate sind – den STERNGEWERKEN. Um diesen Kontext risszeichnerisch darzustellen, hatten wir uns noch zusammen mit Rainer Castor überlegt, eine lang gehegte Idee von mir einmal umzusetzen. Die einer Kombi-RZ.  In einem ›Diorama‹ sollte im Vordergrund die RZ des STERNSPRINGERS zu sehen sein, im Hintergrund das gewaltige röhrenförmige Habitat mit weiteren im Gewerkhafen eingeklinkten Bumerang-Raumern. Dass zwei RZs in unterschiedlichen Maßstäben und Detailierungsgraden gut zusammenwirken könnten, habe ich ja schon vor kosmisch langen Zeiten mal angedacht. [1]

Rainer Castors tragisch unerwarteter Tod hat dann all diese Pläne durchgerüttelt. Rainer hatte gerade wenige Monate zuvor die RZ-Redaktion vom heutigen PR-NEO Rüdiger Schäfer übernommen und zusammen mit der einspringenden Bettina Lange aus der PR-Redaktion haben wir beschlossen das Thema doch wieder zu splitten.

Der STERNSPRINGER war wie in der Bleistiftversion oben zu sehen schon fertig. Aber vom STERNGEWERK gab es nur ein paar vage Linien, die mit der Entscheidung zur Stand-alone-RZ aber vielleicht gar nicht genutzt werden, da die Zeichnung ja jetzt nicht als Ensemble funktionieren muss. Aber sie wird kommen!

Wieder in Kooperation mit dem fantastischen Jürgen Rudig, der in diesem Fall hier meine Vorzeichnung des STERNSPRINGERS – noch als Ensemble-RZ angelegt – zu einem vollwertigen Thema aufbohren musste. Dabei halfen auch die KRIEGSKAPSELN, die Jürgen und ich inzwischen schon gelauncht hatten. [2]

Wir beide schieben jetzt dauerhaft ›Tiuphorenwache‹. Neben dem STERNGEWERK sind noch weitere RZs zum »Imperium der Empörer« geplant.

Im Anschluss noch die Druckversion des »STERNSPRINGERS der Tiuphoren« samt Legende.

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Zeichnen wie Rudig: KRIEGSKAPSEL mit Tiuphoren

Stilvergleich: Original und Fälschung (oben: Jürgen Rudig)

In PERRY RHODAN Band 2835 erschien eine weitere Gemeinschaftsarbeit von Jürgen Rudig und mir. Für diese Risszeichnung musste ich sogar lernen zu zeichnen wie Jürgen.

Die KRIEGSKAPSEL ist ein kleineres Landungs- und Einsatzgefährt, so dass es uns sinnvoll erschien, einen der Tiuphoren-Krieger in full force neben das eigentliche Raumschiff zu setzen. Es war schnell klar, dass das meine Aufgabe sein sollte, aber die Figur musste mit der fertigen Kapsel im typischen Rudig-Stil natürlich harmonieren.

Also habe ich einen Crash-Kurs im Zeichnen im Rudig-Stil belegt; das Ergebnis könnt ihr oben sehen. Ich muss es euch sagen, es macht sehr viel Spaß – und es geht auch richtig schnell!

Die »KRIEGSKAPSEL der Tiuphoren« war praktisch eine freie Arbeit von Jürgen und mir, da uns weder in den Exposés noch in den PERRY-RHODAN-Romanen eine Beschreibung gegeben worden ist, wie diese Kapseln aussehen sollten. So versuchte ich mir gerade so typische Frucht- und Samenkapseln aus dem Pflanzenreich als Inspirationsquelle vorzunehmen – allerdings mit ›ausfahrbaren‹ Waffen- und/oder Triebwerksauslegern. Einzige Vorgabe des Exposés war, dass die in PR 2810 genannte »Tropfenform« sollte als Grobbeschreibung gültig bleiben.

Im Anschluss noch die RZ mit Nummerierung und Legende, wie sie im Heft erschienen ist.

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»RAS TSCHUBAI – Unboxed«

Von den ARCHEN des Typs II, die im Stardust-System der »Fernen Lande« ihren Einsatz fanden, direkt ins Herz der RAS TSCHUBAI – meine letzte Arbeit mit Rainer Castor.

Meine aktuelle Veröffentlichung in der PERRY RHODAN-Heftroman-Erstauflage (Band 2831) [1] wagt einen detaillierteren Blick auf Perry Rhodans jüngstes Flaggschiff RAS TSCHUBAI, dem »Omniträger-Fernschiff der SUPERNOVA-Klasse«. Es ist auch ein Vermächtnis.

In meiner Komplett-RZ der RAS TSCHUBAI [2] für PERRY RHODAN Band 2751 aus dem letzten Jahr konnten viele interessante Details nicht so ausführlich gewürdigt werden, wie sie es verdient hätten, was bei dem Abmessungen von 3000+ Meter  auch nicht so verwunderlich ist.

Der Auftrag, den ich aller Ruhe vielleicht innerhalb eines Dreivierteljahrs absolvieren wollte und für den ich mich Mitte 2013 gemeldet hatte, wurde quasi über Nacht für PR 2751 aktuell – aus guten Gründen. Denn mit dem Jubiläumsband 2750 [3] – vielleicht in Anlehnung an PR 250 »Die 6. Epoche« im klassischen MdI-Zyklus – wurde ein neues Kapitel der PERRY RHODAN-Raumschiffe aufgeschlagen – inklusive eines Farbposters des PR-Titelbildillustrators Arndt Drechsler.

Aber abgesehen vom Zeitdruck, gab es eine Komplikation: Dass in der RAS TSCHUBAI für eine RZ so wenig Details und Aggregate zu sehen sind, lag an den minutiösen Vorgaben von Rainer Castor. Zum ersten Mal bei einer Risszeichnung für PERRY RHODAN waren decksgenaue Vorgaben einzuhalten. Rainer hatte dafür einen genauen Decksplan samt Lage, Größe und Form der wichtigen Aggregate vorgegeben. Was in einer Schemazeichnung gut aussieht, kann dann bei der Umsetzung in einer RZ eben ungewohnt aussehen. Ein Großteil der Arbeit bestand in der akkuraten Interpretation dieser Deckspläne – und die stimmen auch!

Da bin ich stolz drauf – insbesondere, da die RAS TSCHUBAI wie auch die hier gezeigte ›Satellitenarbeit‹ des 500-Meter-Wohnmoduls leider so etwas wie Rainer Castors Vermächtnis [4] geworden sind. Wie sehr er hier und für das ganze PERRY RHODAN-Universum im allgemeinen gewirkt hat, möchte ich mit diesem kurzen Blick hinter den Ereignishorizont des Expokraten-Datenblatts zur RAS TSCHUBAI zeigen:

Rainer Castors Schnitt durch die 30 Hauptdecks der RAS TSCHUBAI (eine Illustration von gut zwei Dutzend zum Thema)

Beim Wohnmodul – hier oben in gelb markiert – war ich wie gewohnt fast frei – von der Einteilung in die fünf Hauptdecks, der Lage und Anordnung der Wohnblöcke und der Antigravschächte abgesehen.

Mit der Konzeption der RAS TSCHUBAI hat Rainer die PERRY RHODAN-Technologie auf Jahre hinaus definiert. In dem Thema stecken noch eine Reihe weiterer Satellitenarbeiten – vielleicht ist das Wohnmodul ja nicht die letzte. Ich hoffe, Rainer würde es freuen.

 

[1] Offizielle Info zu PR-Band 28131 »Der Pensor« von Marc A. Herren
[2] Meine RZ der RAS TSCHUBAI in ›pure art‹
[3] PERRY RHODAN-Online-Club zum Jubiläumsband 2750
[4] »Er war nicht nur der Datenfachmann« – Rainer Castor bei PERRY RHODAN

Im Anschluss noch die Legende, die ich aus seinen umfangreichen technischen Daten extrahiert hatte und die er für die Veröffentlichung redigiert hat.

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»MIKROBESTIE entfesselt!«

RZ MIKROBESTIE der USO und ursprünglicher Farbsketch für Computerspiel-Konzept

Ende letzten Jahres fragte mich Jürgen Rudig nach einem interessanten Risszeichnungsthema für PERRY RHODAN. Er habe Lust zu zeichnen.

Und wie bei unserer ersten Zusammenarbeit GREMLIN aka MR. MO [1] habe ich auf meiner Festplatte gekramt und einen Entwurf entdeckt, den ich gerne in der Interpretation des nach Mœbius besten Zeichners der Welt vollendet gesehen haben wollte. Danke an Jürgen, dass er sich die Mühe gemacht hat, aus meinem lockeren Entwurf eine ›echte‹ Rudig-RZ zu machen! Wie immer gibt es nach einem Klick auf das obige Bildmotiv die Datei in hoher Auflösung. Und die Facebook-Freunde werden spätestens dann auch den »unschuldigen Mülleimer« wiederentdecken.

Die Idee für einen Kleinstkugelraumer für PERRY RHODAN hatte ich 2002 für mein Computerspiel-Konzept »USO: Alien League«. Hier im Anschluss die für den aktuellen Abdruck in PR 2823 zu umfangreiche Original-Legende zur MIKROBESTIE, in der diese Herkunft noch aufscheint.

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»Gen-5« – Fünf generische Superhelden im öffentlichen Auftrag

»Vier von fünf Helden sollt ihr sein!« – Mein neuestes Superhelden-Team kämpft im öffentlichen Auftrag

Für die Freunde von der Open Knowledge Foundation Deutschland [1] durfte ich in den letzten Wochen an einem Projekt mitwirken, das ganz überraschend auch mein Faible für Superhelden-Neuinterpretationen angesprochen hat. Hier oben im Bild also die  »Gen-5« – bestehend aus PLATINUM, LIQUID [METAL], CARBON und COBALT (nicht im Bild: TITAN).

Für eine Informationskampagne der Technologiestiftung Berlin [2] in Kooperation mit der o. g. OKF und der Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz [3] suchten wir nach Wegen auf spielerische Weise Menschen bewusst zu machen, dass ihre Internet-Nutzungsgewohnheiten – vor allem mobil via Smartphone – gewisse Datenspuren hinterlässt. Dazu wählten wir das sich aus Printzeiten ins Internet-Zeitalter gerettete Format des Persönlichkeitstests à la »Welcher Beatle wärst du gewesen?« und fragten »Was ist deine geheime Identität im Netz?« [4]

Schon vorher war klar, dass wir für unseren Test ganz grob fünf unterschiedliche Internet-Nutzertypen ausmachen würden, die das gesamte Spektrum zwischen Paranoia und und Post-Privacy abdecken würden. Da fiel die Aufteilung auf fünf Superhelden-Charaktere nicht so schwer:

LIQUID – Nutzt das Netz wie niemand sonst – überall und nirgends zu fassen. LIQUIDS Datenspuren sind der Glitter in den sozialen Netzwerken, die ohne sie sonst sinnlos blieben.
COBALT – Tollt nach Lust und Laune durch die Netze. Das Internet hat zuviel zu bieten, um sich heute schon Sorgen um Morgen zu machen.
PLATINUM – Wahrt die perfekte Balance zwischen Chancen und Risiken im Internet. Das Vorbild für alle Helden im Netz.
TITAN – Bestens gerüstet für alle perfiden Attacken von Phishern, Neppern und Identitätsdieben. Doch so manche Gelegenheit auf neue Kontakte und Möglichkeiten wird zu gründlich abgewehrt.
CARBON – Ist für Google & Co. ein schwarzes Loch. Surft wie ein Tarnkappenjäger datenschattenlos durch die Netze – und erkennt sich manchmal selber nicht.
Mit der Superhelden-Metapher konnten wir einerseits eine klar balancierte Empfehlung aussprechen, ohne alle anderen Nutzungsarten zu diskreditieren. Denn in einem Superhelden-Team zählt die Diversität – und alle sind super!
Der kubistisch abstrahierte Illustrationsstil ist mir in jüngster Zeit in vielen Darstellungen rund ums Netz und die digitale Sphäre aufgefallen – z. B. in der Kampagne von Torben, Lucie und die gelbe Gefahr für WIRED Deutschland [5]. Diese »3D-Polygon-Optik« scheint für eine Mainstream-Publikum jetzt die Form von Computerisierung anzuzeigen, für die bis vor einiger Zeit noch die Grob-Pixel-Darstellungen aus Space Invaders herhalten mussten.
Darüberhinaus sind mir viele Umsetzungs-Beispiele auch aus dem Superhelden-Genre auf Pinterest zugeweht [6], so dass ich sehr froh war war, diesen für mich völlig ungewohnten Zeichenstil einmal selbst anwenden zu können. Trotz des hohen Abstraktionsgrads gelingen die Superhelden-typischen Überzeichnungen überraschend einfach. Ich könnet mir sogar vorstellen, das Experiment einer ganzen Geschichte in diesem Stil zu wagen.
Wie die Superhelden u. a. live im Stadtraum der Berliner City-West zum Tragen kommen, der kann in diesem TV-Beitrag des RBB [7] zum Launch der Kampagne einige kurze Eindrücke gewinnen. Ansonsten ist der den Persönlichkeitstest erweiternde »Stadt-Parcours« von »Was ist deine geheime Identität im Netz?« noch bis Donnerstag, den 18. Dezember live zu erfahren. [8]
[1] Open Knowledge Foundation Deutschland
[2] Technologiestiftung Berlin
[3] Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz
[4] SMARTE BÜRGER – Online-Quiz
[5] Horizont: Launch-Kampagne: WIRED lädt Roboter zur Zwischenmiete
[6] Pinterst: Beispiel für kubistische Superhelden-Illus
[7] RBB Abendschau: Wie gläsern sind Smartphone-Benutzer?
[8] SMARTE BÜRGER – Stadt-Parcours

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“Les Aventures Aérostatiques du Monsieur Péregrine Thibaux Rhodan & Compagnie”

Barock-Perry und Bully mit ihrer Strato-Montgolfière POUSSIÈRE DES ÉTOILES – erbaut auf Initiative eines Edelmannes unbekannter Provenienz.

Perry Rhodan, Bully und Atlan als Ballonpioniere im spätbarocken Ancien Régime. Dies ist nach “Steampunk” [1] meine zweite Interpretation eines möglicherweise weiter aufgefächerten PERRY RHODAN-Multiversums.

Mein Dank gilt hierbei Hubert Haensel als Redakteur des PERRY RHODAN-Reports, der vierwöchentlichen Beilage zur Heftserie, der mich ermutigt hat, einige meiner Ideen hierzu zu einer losen Reihe von Report-Titelbildern zu fassen. Während die Report-Titelillustrationen die Motive als S/W-Zeichnungen zeigen (hier das Original [2] aus PRR 269/PR 2720), versuche ich hier im Blog darauf aufbauend euch die farbige Interpretation im Comic-Look zu präsentieren.

Das “Steampunk”-Motiv war mit seinen Zitaten an Jules Vernes Klassiker Von der Erde zum Mond in ein schon etabliertes Sub-Genre der Science Fiction eingebettet, das “Barock”-Motiv erweist Neal Stephensons gleichnamiger Trilogie [3] seine Referenz.

In der Folge der durch die Gebrüder Montgolfier in Frankreich entwickelten “Aerostatischen Maschinen” initiiert Atlan als wohlhabender Edelmann unbekannter Herkunft am Vorabend der Französischen Revolution einen Edelgasballon für den stratosphärischen Einsatz bis an die Grenze des Weltraums. Sein Kalkül ist, die Aufmerksamkeit der automatischer Wachsonden des auf dem Erdmond havarierten Arkonkreuzer AETRON zu erwecken, dessen Erscheinen ihm die Passivorter seiner Tiefseekuppel angekündigt hatten.

Als Edelmann im Ancient Régime ist es Atlan absolut unmöglich selbst an diesem Wagnis teilzunehmen, von welchem ihm sein Logiksektor auch strikt abgeraten hätte. So vertraut er seine fortschrittliche Konstruktion den ihm vom Hofe empfohlenen bürgerlichen Abenteurer Péregrine Thibaux Rhodan und Reginald Bulle an. Beide stecken in wärmenden und luftdichten Atmosphärenanzügen, die die renommiertesten Uniformschneider und Harnischfeger Paris’ den beiden Luftfahrern auf den Leib geschneidert haben.

Auf der Ballonhülle der Strato-Montgolfière POUSSIÈRE DES ÉTOILES prangen in Gold die Abbildungen des Königspaar Ludwig XVI. und Marie Antoinette – oder sind es etwa Crest und Thora? Und was hat es mit der Kugelraumer-artigen Emblem zwischen den beiden auf sich? Wer erkennt die Kunstwelt WANDERER, die Welt des Ewigen Lebens?

Es ist allerdings reine Spekulation zu glauben, dass die exorbitant kostspielige Expedition des Monsieur Péregrine Thibaux Rhodan & Compagnie an die Grenzen des Weltraums der Auslöser für die Französische Revolution gewesen sei. Richtig aber, dass in Folge der Ereignisse von 1789 nicht ein Korse, sondern ein Luftfahrer Europa und die Neue Welt zu einer universellen Republik unter dem Code Rhodan vereint hat…

[1] PERRY RHODAN-Multiversum: “Steampunk”
[2] “Barock”-Original-S/W-Motiv aus PR-Report 269 (PR 2720)
[3] Wikipedia über Neal Stephensons Barock-Trilogie

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“The Adventures of Perry Rhodan, Gentleman”

PERRY RHODAN Steampunk

Unter dem Eindruck des nachhaltigen Erfolgs von PERRY RHODAN NEO, das in diesen Tagen das erste runde Jubiläum von 50 Ausgaben voll macht, habe ich mir den Spaß erlaubt, das “PERRY RHODAN-Multiversum” weiter aufzufalten – und zwar mit der Launch-Version eines potentiellen PERRY RHODAN-Steampunk-Universums.

Dieses Motiv ist als Cover für den am 12. Juli 2013 erscheinenden PERRY RHODAN-Report 467 (PR I 2708) in Schwarzweiß [1] gedacht gewesen, aber ich finde, eine Farbversion hier im Blog kommt noch schöner.

Als Exposition fürs Steampunk-Perryversum steht auch hier zu Beginn eine erste U.S.-amerikanische Mondexpedition à la Jules Verne im Mittelpunkt. Die STARDUST steht auf einem Dampfkatapultschlitten, der das zusätzlich von Festkörperraketen-Treibsätzen befeuerte Projektil über eine Rampe gen Mond schießen wird. Captain Reginald Bull steht schon in voller Montur bereit, während Perry Rhodan von einem exotischen Gentleman mit überirdisch weißen Haaren zum waghalsigen “Unternehmen STARDUST” gedrängt zu werden scheint. Den “Einsamen der Zeit” mit dem “Erben des Universums” schon zum Start einander nahe zu bringen, ist eine eher kühne Ableitung aus dem klassischen PR-Universum, die die jeweiligen Charaktere der beiden Männerfreunde neu zu interpretieren scheint: Der “Sofortumschalter” Perry ist eher ein Zauderer, dessen faustischer Zug vom nahezu mephistophelisch beseelten Atlan erst geweckt wird.

Wohin das ganze Unternehmen schließlich führen wird, ist im Einklang mit der klassischen PR-Geschichte aufgeführt: Wie Sternengötter bewohnen die außerirdischen Arkoniden Crest und Thora das Firmament mit ihrer AETRON (die Kugelzelle ist nach Vorbild Ingolf Thalers RZ der CREST II [2] gezeichnet, die ursprünglich den auf dem Mond notgelandeten Kreuzer darstellen sollte); ihr eigentliches Ziel – der “Planet des ewigen Lebens” in Form der Kunstwelt WANDERER – zieht für die Arkoniden in weit entrückter Ferne seine Bahn. Ihre Zeit ist abgelaufen.

[1] Das PERRY RHODAN Multiversum: “Steampunk”-Version aus PR-Report 467 (PR I 2708)
[2] PR-Materiequelle – Ingolf Thalers RZ der CREST II (ursprünglich AETRON, PR I 278)

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Ein Traum wird wahr

Rund 21 Jahre brauchte diese RZ zur Vollendung: GREMLIN aka MR. MO und jetzt der "Mondsicheljäger der Oraccameo" als Kooperation zwischen Jürgen Rudig und mir.

Vor rund einem Jahr konnte ich an dieser Stelle berichten, dass der von mir hoch geschätzte Jürgen Rudig nach dreißig Jahren wieder begonnen hat, Risszeichnungen in dem ihm so eigenen Stil anzufertigen. [1]

Zu dieser Zeit hatten Jürgen und ich quasi zu Übungszwecken eine Kooperation vereinbart, dass er eine seit den 1990er Jahren (sic!) brachliegende Bleistiftvorzeichnung von mir im Detail zu Ende zeichnet und abtuscht. Natürlich ein Raumjäger – und deshalb könnt ihr euch gut vorstellen, warum hier ein Traum für mich wahr geworden ist. [2]

Wie stark der “Rudig-Stil” ist, seht ihr oben; denn der GREMLIN aka DR. MO (unsere Arbeitstitel für das Projekt) ist trotz meiner Vorarbeit zuerst und vor allem eine Rudig-RZ geworden!

Mit Nummerierung und Textlegende versehen, wird die RZ in der PERRY RHODAN-Erstauflage 2683 Galaxis im Chaos von Uwe Anton morgen am 18. Januar 2013 zum aktuellen Zyklus passend als Mondsicheljäger der Oraccameo veröffentlicht werden.

Unser – jetzt also – Mondsicheljäger der Oraccameo hatte zu Beginn des Romans 2660 Die springenden Sterne von Christian Montillon einen kurzen, aber eindrucksvollen Auftritt.

Ich habe noch keine Belegexemplare des fertigen Drucks, bin aber sehr gespannt, ob es diesmal gelungen ist, die A2 große superfeine Strichzeichnung, die ich über eine Autotrace-Funktion vektorisiert habe, auch als solche reproduziert zu bekommen. Der Hintergrund dieser Befürchtung ist, das oftmals EPS- bzw. PDF-Daten unnötigerweise bei VPM aufgerastert werden.

Da viele Risszeichner  ihre farbigen Vektorillustrationen leider als Graustufenpixeldateien exportieren, ist inzwischen das Aufrastern samt dem damit verbundenen “Grauschleier-Effekts” zum suboptimalen Risszeichnungsstandard geworden.

Da Jürgen den analogen Zeichenstil von vor dreißig Jahren beibehalten hat, müssen wir jetzt die abgewickelte, früher selbstverständliche Repro-Kompetenz einer Großdruckerei zeichnerseitig kompensieren und das auch noch ins digitale PrePress-Zeitalter beamen.

Ich freue mich sehr, dass Jürgen Rudig bei diesen Sachen meinen Rat und Hilfe in Anspruch nimmt, und dankbar, dass ich als Fan dabei helfen darf, seine fantastischen RZ-Visionen in der ihnen angemessenen Form zu reproduzieren – nämlich auf Qualitätsniveau der späten 1970er und frühen 1980er Jahre.

Während ich diese Zeilen in Erwartung des Druckergebnisses von Band 2683 schreibe, überlege ich mir, wie die fantastische jüngste Exposé-Arbeit von Jürgen Rudig, die er auf A1 gezeichnet hat, in ähnlicher Weise übertragen werden kann.

Ich schwanke zwischen der Vektorisierung seines HiRes-Scans der RZ wie hier aktuell beim Mondsicheljäger oder der Konvertierung in ein superhochauflösendes Bitmap für die direkte Strichausgabe. Dies ist die Elementarphysik der digitalen Druckvorstufe – ich muss mich zwischen Welle- und Teilchencharakter der Darstellungsmodelle entscheiden.

Update: Beim Abdruck in PR 2683 ist das PDF wie gewünscht in Wellenform (= Vektoren) belichtet worden – die RZ ist gestochen scharf! 

[1] PHUTURAMA: “Rudig Reloaded.” 30 Jahre wie 1 Tag
[2] PHUTURAMA: “Alles nur ein Spaß?” – 30 Jahre Redhorse-Jäger. Ein Interview mit Jürgen Rudig

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Daily Perry #100 – Ein Interview mit Lars Bublitz

"To boldly go, where no Perry has gone before..." Einhundert Tage Daily Perry

Glückwunsch Lars, Dein Daily Perry hat es jetzt auf einhundert Beiträge in den letzten hundert Tagen gebracht.

Danke für den Glückwunsch!

Was hat Dich auf die Idee zu einem regelmäßigen PERRY RHODAN-Cartoon gebracht – und dann auch noch täglich, sieben mal die Woche?

Das habe ich eigentlich gar nicht geplant. Es ist einfach so passiert. Nach dem ersten Daily Perry sind mir immer wieder Ideen zu weiteren Cartoons gekommen, die ich dann gleich umgesetzt habe. Als es dann soweit kam, dass ich die Ideen aus Zeitgründen nur noch hinkritzeln konnte, habe ich beschlossen den Perry Cartoon fortan täglich zu bringen.

Beeinflusst hat mich dabei auch das Buch “The Daily Zoo” von Chris Ayers, dass mir meine Frau zu Weihnachten geschenkt hat.

Über die Konsequenzen habe ich dabei überhaupt nicht nachgedacht. Es ist schwer rational zu erklären. Ich musste es einfach tun. Bisher habe ich meine kreative Energie immer in enge Bahnen gelenkt. Beim Daily Perry jedoch folge ich einfach meinen Ideen und tue was mir mein Gefühl sagt. Einzige Bedingung: es muss unterhaltsam sein.

Das Ganze regelmäßig im Web und über die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter zu veröffentlichen, war von Anfang an die Idee?

Ja das war von Anfang an meine Idee. Da ich für meine Risszeichnungen auch eine eigene Facebook-Seite habe, bot sich das ja an. Es ist die Interaktion mit den Facebook-Nutzern, die die Cartoons kommentieren, die mir wirklich gut gefällt. Manche Themen wie z. B. der Fellaktivator wären ohne die Kommentare bei Facebook nie entstanden.

Im Gegensatz zu den Risszeichnungen, von denen ich ja höchstens 2 bis 3 Stück pro Jahr mache gibt es beim Daily Perry viel mehr zu posten.

Der erste Daily Perry ist ja im Grunde genommen kein Daily Perry sondern ein Cartoon, mit dem ich erklären wollte was ein Risszeichner ist. Als ich dann im PERRY RHODAN-Forum die Frage “Wo ist Atlan?” sah und die Lösung dazu zeichnete war der erste offizielle Daily Perry geboren.

Ist täglich nicht tödlich? Am Anfang war ich schon skeptisch, wie Du einen täglichen Cartoon das durchhalten willst. Wie machst Du das?

Jeden Tag einen Daily Perry zu machen, das ist keine Herausforderung! Als kreativer Mensch ein stabiles Leben zu führen (schließlich habe ich Frau und Kinder) das ist die eigentliche Herausforderung! Die [aktuellen] Daily Perrys habe ich noch vor meinem Herbsturlaub bis zur Nummer 102 fertig gemacht. D.h. letzte Woche habe ich immer zwei Daily Perrys am Tag gemacht. Also – geht doch!

Es hilft natürlich, wenn man seine Umgebung beobachtet und selbst bei den einfachen Dingen des Alltags überlegt wie diese im Daily Perry Universum aussehen könnten. Auch spreche ich viel mit meiner Frau über meine Ideen zu neuen Cartoons und im Dialog ergeben sich dann wieder weitere neue Ideen. Insbesondere die “Miniserien” mit zwei bis drei Cartoons zum selben Thema entstehen oft auf diese Weise. Kommentare auf Facebook sind eine weitere Quelle, die mich zu neuen Ideen anregen. Es gibt aber auch Leute, die mir direkt Ideen z. B. per Mail zusenden.

Langsam kristallisieren sich spezielle eigene Daily Perry Meme wie z. B. das Hamstern der Osram-Glühlampen durch Deinen Perry heraus; andererseits bist Du oft tagesaktuell mit den Ereignissen in unserem Universum. Wann entscheidet sich, was Du am nächsten Tag bringst?

Tagesaktuelle Themen bringe ich nur dann, wenn mir auch etwas Witziges dazu einfällt und das Thema sich dazu eignet. Die Darstellung von Sex und Gewalt ist dabei tabu. Aber man kann harte Themen ja auch auf hintergründigere Weise angehen und durch den Humor entschärfen.

Das Hamstern der Glühbirnen zieht sich inzwischen wie ein roter Faden durch das Daily Perryversum. Es werden mit der Zeit noch weitere dazukommen. Die Yps-Hefte mit den Urzeitkrebsen, Raider und Drei-Wetter-Taft haben es ja auch schon in die Daily Perry Welt geschafft.

Wie zeichnest Du die Cartoons? Format, Stifte, digitale Nachbearbeitung? Verfügst Du schon über vorgefertigte digitale Schablonen Deiner Figuren, die Du nur noch geringfügig anpasst?

Ich skizziere die Daily Perrys mit Bleistift in ein A5-Heft, das immer griffbereit in meiner Nähe auf weitere Eingebungen wartet. Allerdings schaffe ich es manchmal nicht bis zum Skizzenheft, dann muss auch ein Kugelschreiber und ein Notizblatt reichen.

Wenn ich mehrere Ideen auf einmal habe skizziere ich sehr grob. Das ist dann für Aussenstehende kaum zu erkennen. Ich nenne es mal “Grafisches Steno”. Es hilft mir mein Gedächtniss zu entlasten, damit die nächsten Ideen nicht zu lange warten müssen. Nichts ist schlimmer, als einen wirklich witzigen Daily Perry zu vergessen, weil das Kurzzeitgedächtnis nur 7 Plätze frei hat und ein Telefonanruf oder der Paketbote Deine Aufmerksamkeit einfordert.

Dann scanne ich die Skizze mit 300 dpi als Graustufenbild ein und zeichne am Computer den Cartoon fertig. Ich arbeite unter dem Betriebssystem Ubuntu mit der Software MyPaint und Gimp.

Anfangs habe ich für jeden Cartoon alles wieder neu gezeichnet. Das ist überwiegend immer noch so. Allerdings habe ich inzwischen z. B. für Perrys Büro eine Vorlage.

Als Risszeichner für PERRY RHODAN sind Deine Arbeiten mit am technisch fortgeschrittensten; Du erstellst quasi virtuelle Schnittmodelle mit allen Details als 3D-Objekte und renderst von einem von Dir gewählten Blickwinkel eine am Ende die fast wieder wie gezeichnet wirkende Risszeichnung aus. Ist “Daily Perry” für Dich der Kontrast zur langwierigen und fummeligen RZ-Arbeit?

Absolut! Obwohl ich Zeichentablet und Computer benutze zeichne ich ja meine Handskizzen nach. Oft fallen mir dabei noch Kleinigkeiten ein, die ich dann mit in den Daily Perry aufnehme. So unterscheidet sich der endgültige Cartoon also immer von der Skizze und das Zeichnen am PC bringt mir dadurch noch zusätzlichen Spaß. Dadurch ist auch das “Osram-Thema” entstanden. Denn ich hasse es ja zwei Dinge auf die gleiche Weise zu tun.

Mir wird schnell langweilig. Und – nun ja – die eigene Bleistiftskizze nochmal abzuzeichnen, ist schon so ein langweiliger Moment, der durch die Osram-Kiste, die ich dem Perry dann unter den Arm klemme entschwindet.

Wie sind die Reaktionen der PERRY RHODAN-Fans auf Daily Perry? Und wie ist das Feedback von Seiten der PR-Redakteure?

Also ich kann nur etwas zu den Reaktionen auf Facebook sagen, da die dortigen Nutzer sehr aktiv sind. Die Meisten reagieren sehr positiv und lassen sich von der Welt des Daily Perry einfangen. Und das sind nicht alles nur eingefleischte PERRY RHODAN-Fans.

Am meisten beeindruckt mich immer wieder, wie die Leute eigene Ideen entwickeln oder darüber diskutieren, wie es in der jeweiligen Situation, die im Cartoon dargestellt wird weitergehen könnte. Auch gibt es viele Vorschläge, was Perry neben den Osram-Glühbirnen noch so alles in seinem geheimen Vorratslager horten könnte.

Es gibt aber auch Leute, die den Humor der Daily Perrys nicht verstehen oder teilen. Der Daily Perry Humor ist eben nicht jedermans Sache.

Von der PERRY RHODAN-Redaktion und den Autoren (zumindest denen die auf Facebook aktiv sind) gibt es bisher nur positive Reaktionen. Wenn ich ehrlich bin habe ich bei der Redaktion bisher nie direkt nachgefragt. Das steht noch auf meiner Liste. Von der PERRY RHODAN himself jedenfalls teilt bisher täglich den Daily Perry.

Wie geht es in den nächsten Wochen und Monaten mit Daily Perry weiter?

Es ist verrückt. Inzwischen existiert eine komplette Daily Perry Welt in meinem Kopf und Perrys Abenteuer gehen immer weiter …

Allein die Reisen durch das aufblasbare Instant-Portal in fremde Universen (z. B. das Star Wars-Universum) eröffnen ungeahnte Möglichkeiten.

Ich bin übrigens seit 25 Jahren ein Fan der PERRY RHODAN-Serie. Und so entfalten die Daily Perrys nur dann ihre volle Humorkraft wenn man sich im Grunde eben nicht über PERRY RHODAN lustig macht.

Nur in dem Spannungsverhältnis zwischen dem ernsthaften Held der PERRY RHODAN-Hefte und den absurden Situationen, in die sich mein Perry immer wieder bringt liegt die Kraft der Daily Perrys.

“To boldly go, where no Perry has gone before…”

Danke schön, Lars für dieses E-Mail-Interview zu Daily Perry #100 und viel Spaß für die nächsten Wochen und Monate mit den gesitern, die Du gerufen hast.

PERRYMANIA – Die offizielle Website für Daily Perry
Daily Perry
auf Facebook
Risszeichnungen.de – Lars’ RZ-Site
@bubelix – Lars Bublitz auf Twitter

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“Stahlorchidee” vs. “Iron Orchid”

Inspiration oder Konspiration – Name und Formelemente von Slavinskys "Iron Orchid" korrespondieren mit dem Design der "Solaren Residenz"

Dies ist der Beginn einer seltsamen Detektivgeschichte über Inspiration, Konspiration oder bloßen Zufall. Da ich weiß, wie oft Vorbilder als Trigger für eigenständige Arbeiten fungieren, dachte ich, ich hätte hier einen Scoop gelandet – und die geheimen Quellen zur Gestaltung der “Solaren Residenz” [1] enthüllt.

Beim Rumsurfen bin ich irgendwann einmal auf Dan Slavinskys Blog findingslav – A Series of Drawings from the End of Time Bartlett, London 2010 [2] gestoßen, in dem neben anderen faszinierenden an Lebbeus Woods erinnernde Illustrationen auch eine “Iron Orchid” [3] abgebildet ist, die mir als Vorlage für die “Solare Residenz” gedient zu haben scheint, die in der PERRY RHODAN-Serie sogar vom terranischen Volksmund als “Stahlorchidee” bezeichnet wird.

Gerade da die “Solare Residenz” in der aktuellen ‘klassischen’ PR-Serie ein wichtiger Handlungsschauplatz ist, wollte ich hier einen schönen Post aus der Reihe “Inspired by…” bringen. Doch es kam anders.

Da die Illustrationen Dan Slawinskys Architektur-inspiriert sind (obwohl viele utopisch-technische Gestaltungselemente dort zu bewundern sind), galt meine Frage sofort Risszeichner und Architekten Günter Puschmann, ob er sich vielleicht damals beim Risszeichnungsposter [4] für den PR-Jubiläumsband 2000 zusammen mit Georg Joergens und Oliver Johanndrees (1998/1999) von Dan Slavinsky beeinflussen ließ.

Aber Günter, den ich daraufhin angeschrieben hatte, hat dies klar verneint. Die Entwürfe zur “Solaren Residenz” sind eigenständig entstanden und die Bezeichnung “Stahlorchidee” wurde von PR-Autor Robert Feldhoff geprägt.

Also vielleicht ein klarer Hinweis, dass PERRY RHODAN – die “größte SF-Serie” – nicht nur Einflüsse aus dem weiten Feld der Phantastik aufnimmt, sondern auch anderen eine Inspirationsquelle ist – und das nicht erst in unserer Gegenwart, wie ich demnächst einmal zur Diskussion stellen werde.

[1] Perrypedia: Solare Residenz
[2] findingslav – A Series of Drawings from the End of Time Bartlett, London 2010
[3] findingslav: “Iron Orchid”
[4] RZ-Journal: “Die Solare Residenz” von Georg Joergens, Oliver Johanndrees und Günter Puschmann

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“PERRY Galore!” Das SPRECHBLASEN-Special zu unserem Mann im All

DIE SPRECHBLASE Nr. 223: Ein Muss für PERRY-Fans, aber auch für alle Comics-Afficianados im Allgemeinen!

Angeregt durch meinen letzten Post “Da geht mehr:-)” – PERRY [RHODAN]-Jubiläumsbilder und -dioramen [1] habe ich mir endlich die schon seit einigen Monaten bei mir lauerende Mammut-Spezialausgabe Nr. 223 zu PERRY – Unser Mann im All und seinem Vorgänger PERRY RHODAN IM BILD der SPRECHBLASE [2] zum Lesen geschnappt.

Ich muss hier noch einmal meine nachhaltige Begeisterung und Bewunderung für die akribische Recherche und tolle detailverliebte Machart dieses besondern Beitrags zum letztjährigen Jubiläums von 50 Jahre PERRY RHODAN zum Ausdruck bringen. Ich hatte den Neustart der SPRECHBLASE nicht so auf dem Schirm, schöne Hintergrundinformationen hierzu findet ihr allerdings im Blog von PERRY RHODAN-Autor Michael Marcus Thurner [3].

Ich bin ja durch PERRY zum Rhodan-Leser und Fan geworden. Gerade die in den späten Magazin-Ausgaben (Nr. 106 bis 129) zusammenhanglos mit veröffentlichten Original-Risszeichnungen der Stammserie – freigestellt auf hellcyan-farbenem Fond – haben mich ganz sicherlich auf ewig geprägt. Nicht umsonst ist die Akzentfarbe hier bei PHUTURAMA Cyanblau.

Das Nr. 223-Special “Hinter den Kulissen der PERRY-Comics” ist gleichzeitig ein Beitrag der SPRECHBLASEN-Reihe “Die ialienischen Wurzeln” und wurde von den Autoren Gerhard Förster und Reginald Rosenfeldt in drei Teile gegliedert: “Teil 1: PERRY RHODAN IM BILD”, “Teil 2: PERRY 1-36 – Konventionelle Kost” und “Teil 3: PERRY 37-129 – Von Sex und Pop zum ‘deutschen SF-Magazin’”. Ergänzt wird das Ganze von ausführlichen Zeichnerporträts, Präsentationen der Nebenserien und einem, nein eigentlich zwei, ausführlichen Interviews mit dem Szenaristen Dirk Hess, den ich selber vor einigen Jahren besuchen durfte und der ein extrem interessanter wie angenehmer Gesprächspartner ist.

Da ich mich selber mit dem RISIKOPILOTEN-Projekt an der eigenständigen Interpretation eines PR-Comics versuche, sind für mich gerade die lebhaften Schilderungen aus der italienischen Studio-Szene hochinteressant. Zum Schluss schwirrt einem der Kopf vom ganzen Hin und Her der Zeichner zwischen Eurostudio, Mailand und Studi Giolitti, Rom und der seltsamen Ein-Mann-Agentur namens Quelle Features des Friedrich Wilhelm König, der nach Bekunden aller Beteiligten wohl einen Löwenanteil des Produktionsbudgets für seine reine Go-between-Funktion eingestrichen haben könnte.

Das Special der SPRECHBLASE macht klar, inwiefern die damaligen italienischen Zeichner in die Entwicklung des europäischen Kommerz-Comics involviert waren (siehe oben: “Die italienischen Wurzeln”). Die an PERRY & Co. beteiligten Künstler haben für bekannte Franchises wie Dan Dare (2000 A.D.), Star Trek, Phantom und natürlich die notorischen Italo-Sexploitation-Fumetti wie Diabolik oder Skorpio (Man beachte das ‘böse’ Kappa in den Titeln) gearbeitet.

Für mich am Erhellendsten, dass die künstlerisch eindrucksvollste und eigenständigste Phase der PERRY-Comics auf Drängen von Dirk Hess durch die Lead-Zeichnerin Marina Bucciarelli realisiert wurde. Gerade die späte Magazin-Phase ist von ihrem einzigartigen Stil geprägt worden, während vorher oft Brüche und Ungereimtheiten aufgrund der arbeitsteiligen Studioproduktion (und der fehlenden Absprache durch die Agentur Quelle Features:-) bei Giolitti entstanden waren.

Der offene, fließende Pop-Art-Stil als grundsätzliches Unterscheidungsmerkmal der PERRY-Comics war hingegen schon vom ersten relevanten Relaunch zur Ausgabe 37 verabschiedet worden und von Giorgio Gambiotti auch explizit so angelegt gewesen. Eine Alleinstellung für PERRY im gesamten Comics-Universum: “Ab Nr. 37 (erschienen im August 1970) wurden die Leser mit grafischen Experimenten konfrontiert, wie sie sie in keinem anderen Comics zu sehen bekamen.”

[1] PHUTURAMA: “Da geht mehr:-)” – PERRY [RHODAN]-Jubiläumsbilder und -dioramen
[2] DIE SPRECHBLASE: Offizielle Homepage und Index zur Ausgabe Nr. 223
[3] Michael Marcus Thurner: Sprechblasen

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“Da geht mehr:-)” – PERRY [RHODAN]-Jubiläumsbilder und -dioramen

PERRY – Unser Mann im All #100 trifft PERRY RHODAN 50; Quelle (1): Internet, Quelle (2): Ben Hary (Herzlichen Dank!)

Vor einigen Tagen hat mich der PERRY-RHODAN-Facebook-Account – da steckt höchstwahrscheinlich der KNF dahinter – auf ein verspätetes Jubiläumsgemälde von Ben Hary zum 50. der Serie aufmerksam gemacht, dass einerseits mein Wimmelbild “Familienaufstellung” [1] zitiert, mich andererseits wegen der nur wenigen wirklichen Hauptfiguren an das sicherlich nicht mehr allen präsente Jubiläumsposter aus Band 100 von PERRY – Unser Mann im All erinnerte.

Ben Hary schrieb mir dann via Facebook, dass ihn mein im letzten Jahr im PERRY RHODAN-Report veröffentlichte Bleistiftarbeit der “50 PR-Charaktere aus 50 Jahren” zu seiner farbigen Umsetzung angeregt habe. Ich finde Komposition, Farbgebung und den gewissen PR-typischen “Sense of Wonder” kommen trotz der Defizite in der Figurenzeichnung gut zum Tragen.

Insbesondere die so ähnliche Bespielung des Hintergrunds mit der SOL (bei mir war es die JULES VERNE) und der BASIS mitsamt der Figur von ES, die viel freundlicher und kompetenter ins Bild gesetzt ist als bei mir, frappant. Das gefällt mir.

In dem Kommentar-Thread fragte mich dann auch Matthias Feist, was denn aus meiner versprochenen Farbversion des Wimmelbilds geworden sei. Es gibt eine Farbversion, die ich exklusiv erstmal dem Magazin des Hans Rudi Wäscher Clubs zur Veröffentlichung zugesandt  habe, die aber quasi ein wenig den HR Wäscher-Kolorationsstil nachempfunden ist und mich nach Betrachtung der beiden Arbeiten hier oben nicht mehr so gefällt.

Ich finde das Motiv ist eine wunderbare Gelegenheit einmal meine eigenen malerischen Fertigkeiten ein wenig aufzupolieren. Wenn ich da mit einem für mich befriedigenden Ergebnis zu Rande komme, dann werde ich das an dieser Stelle gerne zeigen.

[1] PHUTURAMA: “Familienaufstellung” – 50 Charaktere aus 50 Jahren PERRY RHODAN in einem Wimmelbild

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“Rudig Reloaded.” 30 Jahre wie 1 Tag

EXCALIBUR und Mini-RZ-Mash-up als Generationenprojekt? Diese zwei Rudig-RZs trennen 30 Jahre nicht.

Knapp ein halbes Jahr ist es her, dass auf dem PERRY RHODAN-WeltCon Jürgen Rudig als Überraschungsgast auf der Bühne des Panels  “Space Design” – Die Risszeichner und ihr Bild vom Perryversum [1] saß und einiges vom Werdegang eines RZ-Avantgardisten erzählte. Auch nach dem WeltCon ist der Kontakt nicht abgebrochen. Und was ich insgeheim erhofft hatte, ist auch eingetreten: Jürgen Rudig hat nach 30 Jahren “Kreativpause” wieder mit dem Risszeichnen begonnen!

Für die Präsentation zum “Space Design”-Panel hatte Jürgen mir ein relativ unscharfes Digitalfoto einer seiner damals nicht verschwundenen oder zerstörten unveröffentlichten Risszeichnungen geschickt – als weltexklusives Schmankerl dem Anlass angemessen: Die RZ der EXCALIBUR, die in irgendeiner Kiste die 80er, 90er und die Jahrtausendwende überlebt hatte!

Für mich war die EXCALIBUR allerdings ein kaum erhofftes Wiedersehen. Denn ich kannte diese RZ noch aus  einem Vorstadium ohne Fond und ohne die starken Kontrastierungen, die Jürgen in Anlehnung an seine letzte veröffentlichte Auftragsarbeit bei PERRY RHODAN, das Raumschiff der Namenlosen (PR 1123) [2], gesetzt hat. Nachhaltig beeindruckt hatte mich diese Arbeit beim Risszeichner-Treffen bei Willi Voltz in Heusenstamm im Oktober 1982. Ihr visueller Stil war zu dieser Zeit noch eher eine konsequente Weiterentwicklung des Siganesischer Spezialkreuzer der USO (PR-Magazin 4/1980-Poster) [3] bzw. der hochartifiziellen ‘mœbiuesken’ Innenillustrationen der Willi-Voltz-Fortsetzungsgeschichte Das Weltraumteam [4] (als Supplement im PR-Magazin).

Selbst wenn ihr euch in die obige Abbildung in der hochauflösenden Version gebt, werdet ihr den unglaublich detaillierten Reichtum dieser RZ eher nur erahnen können. Ohne die heutige starke Kontrastierung wirkte die EXCALIBUR damals auf den ersten Blick eher wie eine abstrakte Textur. Erst langsam wurde ich von den Formen und Details in diese Zeichnung hineingezogen. Ich habe den damaligen am Treffen teilnehmenden Redaktionsleiter (und heutigen VPM-Verlagsleiter) Walter A. Fuchs noch im Ohr, dem dies für eine Risszeichnung zu weit ging. Für mich fing es hier erst an.

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PROMETHEUS und die Moebius-Scott-Connection

Cover der Mediascene Ausgabe Januar/Februar 1979, mit einer Farbversion von Moebius’ berühmten Concept Art zu Ridley Scotts Alien. (Quelle: quenched consciousness)

Dreißig Jahre nach Blade Runner kehrt Ridley Scott wieder zur Science-Fiction zurück. Während seine Adaption der Philip K. Dick-Erzählung Träumen Androiden von Elektrischen Schafen ein “Schläfer” blieb, der erst über die Jahrzehnte und diverse Final Cuts und Redux-Versionen zu dem unangefochtenen visuellen Vorbild des hyperurbanen Cyperpunk-Genres heranreifte, war Scotts Alien von 1979 der Startschuss für eines der emblematischsten und klebrig-schleimigsten Hollywood-Franchises, das sich in diversen Exploitations-Iterationen und Crossovers Unsterblichkeit errungen hat.

Die Nachrichtenlage zu Prometheus – Dunkle Zeichen [1] ist im Moment unklar, ob es sich bei dem neuen Film um ein klassisches Prequel zur Alien-Reihe handelt. Zumindest der Trailer gibt klare visuelle Hinweise, die auf mehr hinauslaufen als ein loses shared universe.

Ich empfange auch gerade ein wie auch immer motivierten Buzz über die diversen in diesen Tagen öffentlich gemachten Teaser und Trailer, der auf das nächste Big Thing in Science Fiction seit zumindest  Avatar [2] hinauslaufen soll – und den Epic Fail von Disneys John Carter [3] als ideales Kontrastmittel zu nutzen scheint.

Aber irgendwie bin ich misstrauisch, was das bisher bereitgestellte in Stills und Bewegtbild anbelangt. Ich habe das Gefühl, dass da zum Teil noch Pre-Production Animatics hinterschnitten sind, die für eine In-Game-Capture auf Crytek-Niveau okay wären, aber nicht für einen Ridley Scott-Film.

Darüberhinaus ist das in den Ausschnitten zu sehende finale Production Design stilistisch etwas heterogen – ein Best of Cobb, Foss, Gieger und natürlich Moebius. Es gibt klar zuzuordnende visuelle Reenactments des Alien-Originals wie z. B. die Landesequenz des Raumschiffs, das sehr an das der Nostromo angelehnt ist; manches ist aber auch unangenehm grell oder wirkt digitally over defined.

Ein Klassiker ist es natürlich, dass wiederum eine Unterwäschenummer mit einer Working Class Heroin vorkommt – eine Szene, die im Alien-Original auf vielfältigen Ebenen kommunizierte und Sigourney Weaver als Ellen Ripley zu einer “Ikone der Frauenbewegung im Kino” [4] werden ließ.

Hier einer der internationalen Trailer, der auch über den am Ende dramatisch sich aufschaukelnden Scream-Score zu gewinnen weiß:

[1] Prometheus – Der Film. Offizielle deutschsprachige Website.
[2] PHUTURAMA: German FAZ Sets Avatar’s International Reception in US-vs-PRC Synopsis
[3] SPIEGEL Online: Disneys Monster-Flop – Millionenverlust bei John Carter
[4] moviepilot: Prometheus – Dunkle Zeichen

Über die künstlerische Verbindung zwischen Ridley Scott und Moebius demnächst mehr.

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“La Douleur Fantôme Hermétique.” Mœbius, Jean Giraud et Gir

Diesmal zu den Sternen! Wenn es nur nicht die Iso-Zen sind, würden wir, seine Adepten, Mœbius in den Abstraktraum folgen, um diesem sinnentleerten luftdichten Phantomschmerz zu entgehen. (Sauce: quenched consciousness)

Das Werk von Mœbius aka Jean Giraud [1] ist ein beständiges ästhetisches Hintergrundrauschen eines gewaltigen zeichnerischen Urknalls, dessen heiße expansive Phase von Mitte der 1960er bis Ende der 1980er dauerte. Der Strahlungsschock hat das gesamte Genre der spekulativen, fantastischen und utopischen Bilderwelten in Comics, Film und Games für alle Zeiten gezeichnet.

Für mich hier in PHUTURAMA war Mœbius so omnipräsent, das ich bisher gar keinen eigenständigen Post zu ihm schreiben musste – und sich mir aufgrund der ausufernden Vielfalt seines Werks auch keine umfassende thematische Klammer aufgedrängt hätte. Um sein allgegenwärtiges Genie trotzdem zu würdigen, hatte ich in letzter Zeit mehrfach das Moebiusband einfach gewendet und gebootlegte Arbeiten von ihm via quenched consciousness [2] zur Illustration der Themen verwandt, die keinen eigenen visuellen Trigger im PHUTURAMA-Sinne aufzuweisen hatten.

So hatte ich letzte Woche unter der Bildunterschrift “Die sozialen Netzwerkgiganten: Halb ziehen sie uns, halb steigen wir zu ihnen auf” eine mir passend erscheinende Zeichnung von Mœbius zur Illustration meines Beitrags “Digitaler Phantomschmerz.” Mein Abschied von Google+ [3] zweckverwandt. Seit heute gibt es in diesem Blog die Kategorie Mœbius / Jean Giraud, wo auch unter anderem dieser Einsatz seiner Illustrationen aufgelistet ist.

Unter dem Eindruck seines Tods und der schon dazu geschriebenen Beiträge wurde mir bewusst, dass die ausgewählte Seite aus Upon A Star [4] für den Google+ Beitrag auf besondere Art prophetisch gewesen ist. Jean Giraud Mœbius verläßt – gefolgt von all seinen Bewunderern und Adepten, also uns! – diesen Planeten (Auch als Anspielung auf Jean Girauds zehnjährige als beinahe bedingungslos beschriebene Gefolgschaft in der New-Age-Erlösungssekte des Jean-Paul Appel-Guéry aka Ios. Diesmal illustriert also Mœbius hier sich und sein Schicksal selbst:

“… and the Living Starcraft embraces them all for the Journey to come.” [5]

[1] Die Offizielle Website von Jean Giraud Mœbius
[2] quenched consciousness: “A blog exploring the work of Jean Giraud, aka Gir, aka Moebius.”
[3] PHUTURAMA: “Digitaler Phantomschmerz.” Mein Abschied von Google+
[4] quenched consciousness: “Has this happened to any of you today?”
[5] quenched consciousness: “Upon A Star”, Page 34

Hier der BBC-Beitrag Moebius Redux: A Life in Pictures über Jean Giraud auf YouTube via Nerdcore:

In den nächsten Tagen werde ich lesenswerte Nachrufe und weitere Bildressourcen hier verlinken.

FAZ: Im Banne der Meisterschaft. Zum Tod des Comicgenies Moebius von Andreas Platthaus
DIE ZEIT: Abenteurer mit Tusche und Graphit
TOR.COM: Moebius – The Visionary’s Visionary by Tim Maughan
NERDCORE: Moebius R. I.P.

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