“Geschichte einer Ablehnung”

Dieser Eröffnungsvortrag zur 1. Spackeriade [1] der “datenschutzkritischen Spackeria” [2] an Bord der c-base im letzten Herbst ist mir beim routinemäßigen Kontroll-Googlen wieder ins Gedächtnis gekommen, und ich möchte ihn hier mit euch teilen. Es gibt keinen besonderen aktuellen Anlass, wenn man mal die Referenz an die edition suhrkamp in den ‘Slides’ und die aktuelle Insolvenzschutzsituation des Suhrkamp-Verlags außer Acht läßt.

“Geschichte einer Ablehnung” von Gregor Sedlag from c-base on Vimeo.

Die ‘Slides’ sind auf Englisch, weil ich diesen Vortrag ursprünglich als Eingangsstatement beim Panel Post Privacy (part 1) beim von Tatiana Bazzichelli kuratierten reSource 001:Trial Crack [3] mit @tante (Jürgen Geuter) und @mspro (Michael Seeman) von reSource transmedial culture berlin genutzt habe.  Hier noch mein Einführungstext zum #Spack1-Vortrag:

Es ist interessant, wie eine selber aus dem gesellschaftlichen Off kommende Untergrundbewegung wie der Chaos Computer Club mit zunehmend gesamtgesellschaftlicher Akzeptanz und Etabliertheit Flanken gegenüber den neuen Fragestellungen von Post-Privacy, Data Love und dem “radikalen Recht des Anderen” (@mspro) aufreissen läßt, deren Legitimität nicht wenigstens einmal als intellektuell inspirierend verstanden werden, sondern in Bausch und Bogen als Angriff und Spaltung der “Netzgemeinde” verstanden werden. Der Tod von Apple-Gründer Steve Jobs im letzten Jahr hat die hippiesken Wurzeln der “kalifornischen Revolution” noch einmal in Erinnerung gerufen, wie sie durch Rainer Langhans wie auch der CCC-Mitbegründer Wau Holland in ihrer speziell bundesrepublikanischen Tradition der weltweiten Alternativbewegungen verkörpert wurde – der erste als Alt-68er, der jüngere Wau Holland als Protagonist der ernüchterten postradikalen 78er-Generation nach dem “deutschen Herbst”. Geradezu postideologisch visionär war Waus Verständnis vom Computer als einem möglichen individuellen Emanzipationsinstrument; galt dieser doch im links-alternativen Mainstream-Milieu zu den Gründungszeiten des CCC im Jahre 1981 noch als Repressionsinstrument von Big Business, Big Government und Big Brother. Es ist somit eine historische Ironie, dass sich die Geschichte einer Ablehnung zu wiederholen beginnt. War das damalige Feindbild des linksalternativen Gefühligkeitshumanismus der Computer an sich, so ist es heute das sich langsam herausbildende und ins Nachmenschliche zu wachsen drohende Potential der universellen Vernetzung der Datenreisenden.

[1] Programm der 1. Spackeriade (2012)
[2] Das Blog der datenschutzkritischen Spackeria
[3] reSource 001: Trial Crack

 

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Nachtrag: “1970s-Jetset-Stadion-Rock vs. Psychedelic Reenactment”

"1970s-Jet-Set-Stadion-Rock-Sticker" Ein authentischer (?) makelloser Aufkleber auf einem abgerockten Flight Case? Backstage beim Aufbau von The Joshua Light Show im HKW, transmedial 2k+12

Weil ich zu The Joshua Light Show [1] und dem “Krautrock-Pionier” Manuel Göttsching (As Ra Tempel) [2] im letzten Beitrag praktisch nichts darüber geschrieben habe, hier noch etwas zu diesem transmediale 2k+12 Highlight:

Ich kannte The Joshua Light Show bis dato überhaupt nicht, aber trotz einiger stilistischer Zweifelhaftigkeiten und generellem Hippietum hat mich die Show jenseits des historischen Psychedelic Reenactments aus ganz praktischen Gründen beeindruckt. Die Joshua Light Show ist HiRes für die Netzhaut: Es ist praktisch das reine analoge Licht – insbesondere in der Rückprojektion.

Selbst bestes Cinemascope ist dagegen nur ein körniger Abklatsch; von den üblichen HD-Beamer-Projektionen, die heute in Video- und Medienkunstinstallationen dominieren, darf man hier gar nicht reden. Es sei denn, man wäre Pixelzähler.

Wenn Medienarchäologie so aussieht, dann ist es im höchsten Maße erhellend.

[1] tm2k+12 Website zu  The Joshua Light Show
[2] Offizielle Website zu Ash Ra Tempel, Ashra und Manual Göttsching

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transmediale 2k+12 “in/compatible”

"Absolut in/compatible:" Joshua Light Show featuring Manual Göttsching (Ash Ra Tempel, ashra.com) – Highlight der erfolgreichen Festivalkooperation von tm2k+12 und CTM.12 und mit besonderem Engagement von der tm-Performance Kuratorin Sandra Naumann begleitet, CC: Kimberley Bianca (transmediale)

Der Glamour der vergangenen Berlinale verstellt schon fast wieder die Rückschau auf die diesjährige 2k+12 transmediale – festival for digital art and culture berlin [1], die zum ersten Mal unter der neuen künstlerischer Leitung von Kristoffer Gansing nicht nur ein atmosphärisch vernehmlicher Erfolg gewesen ist.

Selbst tief und bisweilen mit DIY-Speditionstätigkeiten mit dem inzwischen beinahe traditionellen c-base Partner Event [2] verstrickt, kann ich vom Festival mit seinen immerhin sechs Programmsektionen (Ausstellung, Videoprogramm, Konferenz, Performance-Programm, “reSource”-Initiative für “transmedial culture” und der Retrospektive in eigener Sache: “25 Jahre transmediale”) nur einige wenige Eindrücke vermitteln. Aber da geht es mir wie den Machern selbst. Da ich freundlicherweise am Donnerstag, den 23. Februar zu einer transmediale-Ausklangfeier in der Weddinger Panke [3] vom Team eingeladen war, ergab sich aber die gute Gelegenheit, die individuellen Erfahrungssplitter zu einem größeren ganzheitlichen Narrative zu fügen.

Grundsätzlich ist dies der zweite große Wechsel in der künstlerischen Leitung nach Andreas Broeckmann zu Stephen Kovats, den ich bei der transmediale aus der partnerschaftlichen Halbdistanz als c-base conceptioneer miterleben durfte. Was ich mit dem Einstand des neuen künstlerischen Leiters Kristoffer Gansings verbinde, ist, dass das Festival der digitalen Lebenswirklichkeit des Publikums näher gekommen ist, wie ich zumindest die Auftaktperformance QTzrk von jon.satrom [4] verstehe, die aus dem üblichen Reigen einer Eröffnungszeremonie seamlessly in den alltäglichen Inkompatibilitätswahnsinn der inzwischen ubiquitär mehrheitsfähigen MacOS-Benutzeroberfläche transgredierte.

Anstelle gern überstrapazierter künstlerischer Praxis synästhetischer Disruption und avantgardistischem Überwältigungsfuror mit oft medientechnologisch meist überholten Stilanachronismen, die lautstark “Hier, ich bin Medienkunst!” riefen (ASCII-Art, OCR-Typo, 8-Bit-LowRes-Pixelartefakte FTW) ist der neue Ansatz, medienkünstlerische Positionen aus der digitalen Sphäre der glitzernden App Economy und der längst ubiquitären Cloud abzuleiten, sehr wohltuend und kritisch aktuell.

Dieser Ansatz spiegelte sich auch in den viel beachteten grafischen Auftritt des Festivals von Manuel Bürger, Timm Häneke und Till Wiedeck mit Goldspiegelfolie, einem iPhone-App-geshapten Rahmenelement völliger Inhaltsleere und dem häufigen Einsatz blauweißem Himmelsgewölks auf der insbesondere dem Festivalmotto “in/compatible” mimetisch nacheifernden Website.

Eine generelle Rückbesinnung scheint mir zu sein, dass §Medienkunst wieder formal definiert ist als künstlerische Auseinandersetzung mit den spezifischen Gegebenheiten des Ausdrucksmaterials und nicht in erster Linie als themenspezifisch inhaltliche Kategorie, wie es Stephen Kovats gefördert hat, der damit bewusst das Risiko von Flops (Deep North, 2009) und Tops (Futurity Now!, 2010) in der Gesamtausrichtung eingegangen ist.

Mir scheint dies in Abgrenzung zu den traditionellen am Kunstmarkt und in der Museumslandschaft wesentlich etablierten Kunstbereichen wie Malerei, Graphik oder Bildhauerei ganz konsequent: Medienkunst macht halt was mit Medien.

[1] Offizielle Website der transmediale – festival for digital art and culture berlin
[2] c-base Microsite zum 2012 transmediale Partner Event “be future in/compatible”
[3] “panke – a stream of ideas” – Ein Club im Wedding, der das besondere Berlin-Gefühl verinnerlicht
[4] QTzrk by jon.satrom (via transmediale-Website)

Disclaimer: Ich war nicht nur über die c-base Kooperation dieses Jahr mit dem Festival verbunden gewesen, sondern als “Adludicator” für die von Mark Butler geleitete Veranstaltung Zombie Play in the Ludic Salon: reSourcing an Exquisite Media Corpse am Sonntag, 5. Februar 2012 von der reSource-Kuratorin und Programmverantwortlichen Tatiana Bazichelli eingeladen worden. Herzlichen Dank dafür, dies war eine sehr schöne Veranstaltungin der besonderen Form des “Presentation Flows” nach Vorbild des Cadavre Exquis:

“Exquisite corpse, also known as exquisite cadaver (from the original French term cadavre exquis) or rotating corpse, is a method by which a collection of words or images is collectively assembled.” (WP)

Zum Ausklang hier ein Ausschnitt vom Auftritt der Joshua Light Show ft. Manuel Göttsching vom Samstag, den 4. Februar 2012, von dem auch das obige Aufmacher-Foto von Kimberley Bianca stammt (mehr auf flickr.com):

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“Die ganze Zukunft liegt von nun an in der Vergangenheit.” CTM.12 – SPECTRAL

"It is also about the disappearance of our own memories and data, things that we wanted to keep forever but which will, because of technological progress, the aging of a technique, or the self-destruction of a supporting system, soon no longer exist." The Ghost Off The Shelf, Exhibition CTM.12 – SPECTRAL

Heute vormittag fand die gemeinsame Pressekonferenz der seltsam verschwisterten Festivals transmediale 2k+12 in/compatible – festival for digital art and culture berlin [1] und CTM.12 SPECTRAL – Festival for Adventurous Music and Related Arts[2] im Haus der Kulturen der Welt statt. Da der CTM schon heute abend, Montag, den 30. Januar 2012 offiziell mit einer Aufführung eines Werks der französischen Elektro-Avantgarde-Komponistin Eliane Radigue [3] im Berliner Hebbel am Ufer 1 (HAU 1) beginnt, versuche ich hier schon einige Eindrücke vom geplanten Programm und von der schon seit Freitag im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien zusammenzufassen.

Jan Rohlfs, neben Oliver Baurhenn und Remco Schuurbiers die verantwortlichen Köpfe des aus einem begleitenden “Club Transmediale” hervorgegangenen Festivals für Wagnismusik und damit verwandte künstlerische Positionen, formulierte in der Pressekonferenz ein sehr umfassendes kuratorisches Statement [4], das im Wesentlichen um das wachsende Unbehagen am “Kontrollverlust” (diesen Begriff hat er nicht gebraucht) der in den exponentiell wachsenden digitalisierten “Anarchiven” verborgenen Nicht-Wissens (im Sinne eines Rumfeldschen “unknown Unkonwns”) drehte:

“Er gewinnt Form in Gestalt von Heimweh, Transzendenzsehnsucht oder Retromanie und gerät umso stärker, je eindringlicher die technologische Enteignung und Delokalisierung erfahren wird.” [5]

Die von Thibaut de Ruyter kuratierte Ausstellung “The Ghost Off the Shelf” wie das Gesamtfestival widmen sich also der spürbaren Faszination und Beschäftigung mit (vorgeblich?) nicht hintergehbarer, materieller Restanzen der Produktions-, Aufführungs- und Speicherungprozesse, die in der vordigitalen Ära dem jeweiligen Medium auf den Leib geschrieben waren und als nun als “Phantomeffekte” (wie in Phantomschmerz) eine tiefenhermeneutisch zu erschließende Bedeutungsebene versprechen, der die CTM-Projekte sogar bis in die Halbleiter-Molekülketten der Medienapparate nachzusteigen bemüht sind (“The Crystal World Open Laboratory”):

“Das ist kein absichtsvolles künstlerisches Programm. Vielmehr ist es feinnerviges, arbeitsames, mal dunkles, mal fröhliches Experimentieren mit Unheimlichem, Verstaubtem und Trash, der Rückgriff auf Vergangenes und Verworfenes bis hin zur Archaik, die Lust am Verformen, Verhallen, Verrauschen und Verflüssigen, Aufbrechen, Verkleben und Verspleißen; geradezu die letzten Mittel, die eingesetzt werden, wo ein Masterplan zwangsläufig fehlen muss.” [5]
Nach dem Tod Conrad Schnitztlers [6] im letzten Jahr passt in diese Auseinandersetzung auch die Archäologie des West-Berliner Zodiac Free Arts Lab [7], einem Hackerspace avant la lettre für elektronische Musik in den 1960er Jahre, der für die spätere Krautrock-Bewegung bestimmend war, was mit der CTM-Spielstätte HAU 2 quasi am Originalort (heute sehr profan das WAU – Wirtshaus am Ufer) nachvollzogen werden kann.

[1] Offizielle Website der transmediale – festival for digital art and culture berlin
[2] Offizielle Website des CTM – Festival for Adventurous Music and Related Arts
[3] Wikipedia über Eliane Radigue
[4] art-in.tv: Video-Statement von CTM-Kurator Jan Rohlfs auf Google+
[5] Kuratorisches Manifest zu CTM.12 – SPECTRAL
[6] Wikipedia über den Elektronikpionier Conrad “Conny” Schnitzler
[7] Wikipedia über das von Conny Schnitzler mitgegründete Zodiak Free Arts Lab – quasi das CBGB OMFUG der Krautrock-Szene

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“Tron meets Kal-Els Festung der Einsamkeit.” Random Seed c-base/transmediale-Vorspiel

Glazialvisuals in Minimal-Beat-Blöcken, "Random Seed" by stickman (im Dunkeln)

c-base die Raumstation unterhalb Berlins hat mit Hilfe des Künstlerkooperation Stickman [1], Entlet [2] und Fauxtone Collective [3] eine temporäre synästhetische Holodeck-Upgrade erfahren.

Als Teil des gemeinsamen “Vorspiels” der beiden Geschwisterfestivals transmediale 2k+12 in/compatible – festival for digital art and culture berlin [4] und des CTM.12 SPEKTRAL – Festival for Adventurous Music and Related Arts [5] sind die diesjährigen c-base Partneraktivitäten zur transmediale unter dem Motto “be future in/compatible” [6] mit den drei Auftritten des Improvisations-Theatergruppe Improbanden und der oben genannten 3D-Echtzeit-Bild- und Klanginstallation gestartet.

„Random Seed“ – an audiovisual beat sculpture: Live performance & audiovisual installation by Stickman feat. Fauxtone Collective Berlin-based multi-instrumentalist and producer Stickman teams up with the Fauxtone Collective to bring an immersive audiovisual experience to the stage, exploring synergies and interactions of tones and photons.

Von c-base Seite aus hat Thomas Goltz [7] als Teil der Künstlergruppe sein 3D-Knowhow in das gemeinsame Projekt geworfen, das in nur drei Monaten mit einer Menge performance-kritischen, weil Echtzeit benötigenden Coding-Aufwands realisiert worden ist. Ohne die großartige Unterstützung durch transmediale-Leiter Kristoffer Gansing und den Technikpartner des Festivals serve-u [8] wäre c-base nicht in der Lage gewesen, den beteiligten Künstlern diese Plattform für ihre Arbeit zu geben.

Einen guten Eindruck der Random Seed-Installation vermittelt schon einmal das unten folgende Video vom Freitag. An den zwei Folgetagen des Vorspiel-Wochenendes wurden weitere Photonen-Module der Installation freigeschaltet.

Als Kontrast zur hermetisch-minimalistischen Percussion-Clustern der “beat sculpture” steht das housige Live Set von Stickman und Entlet, das die Holodeck-Installation in einen Clubkontext transponiert. In dieser Zusammensetzung Sonntagabend, den 29. Januar 2012 das letzte Mal live an Bord der c-base zu erleben.

[1] Soundcloud: stickman
[2] Soundcloud: Entlet
[3 Fauxtone Collective – Berlin: "It's finally here!"
[4[ Offizielle Website der transmediale – festival for digital art and culture berlin
[5] Offizielle Website des CTM – Festival for Adventurous Music and Related Arts
[6] c-base Microsite zum 2012 transmediale Partner Event “be future in/compatible”
[7] Show Reel von Thomas Goltz aka Golle]
[8] Website von serve-u – Technical Support

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transmediale 2012 in/compatible Call of Duty

Markus Huber, Programme Manager der transmediale 2012 in/compatible hat über die rohrpost – die deutschsprachige zur Kultur digitaler Medien und Netze [1] einige schöne Sachen zu den laufenden Ausschreibungen und den Veränderungen geschrieben. Ich finde es gut, dass der vom jeweiligen tm-Themenschwerpunkt unabhängige Award wegfällt und damit alles fokussierter wird.

“Die nächste Festivalausgabe der transmediale wird vom 31. Januar bis zum 05. Februar 2012 unter dem Titel in/compatible im Haus der Kulturen der Welt in Berlin stattfinden.

Für das Festival 2012 wird es keinen allgemeinen transmediale Award mehr geben. Diese Änderung spiegelt unsere neue Art der Produktion des Festivals wider: Mit der frühen Aneignung der thematischen Herangehensweise zielen wir auf eine kuratorische Kohärenz zwischen den einzelnen Programmbereichen und wollen uns gleichzeitig direkter in der transmediale Community engagieren.

Mehr Informationen hierzu findest du unter:
Einsendeschluss: 31. August 2011

transmediale.12 thematische Ausschreibung:

Im konzeptuellen Rahmen von in/compatible sind wir auf der Suche nach künstlerischen Arbeiten und Projekten jeglichen Genres oder Formats, die sich entweder auf ausdrückliche oder subtile Weise mit der inkompatiblen Natur zeitgenössischer technologischer Kulturen beschäftigen. Wir erwarten von den Einreichungen, dass sie – anstatt die Lösung vorwegzunehmen – die ungelösten Spannungen innerhalb der translokalen Medienpraktiken und Systeme ansprechen, akzentuieren und sich darauf einlassen. Im Speziellen rufen wir auf zur Einreichung von Projekten, die uns dadurch überraschen, dass sie sich nicht einfügen bzw. nicht kompatibel sind.

Projekte, die für das Programm berücksichtigt werden, können sich auf folgende Schlüsselwörter und Bereiche beziehen:
Dissensual aesthetics, hacktivism, operating systems, speculative realisms, queer technologies, strange ontologies, displacements, ecologies, psychedelia(s), glitches, spam, media-archaeologies, technological obsolescence, haunted media, reverse remediations, the untimely, erotics, ambivalences, tools, law, anxieties, confusions, violence, obscurities, junk, addictions, restlessness, user-unfriendliness, destructions, attractions, surveillance, accidents, dysfunctionality, isolation, punk, feedback as distortion, surrealisms, aggressiveness, the uncommon, frustrations, spiritualities, risks, dubious calculations, psychosis, uneven structures, crimes.

Alle Informationen über das Konzept, das Bewerbungsverfahren und die Einreichungsbedingungen findest du hier:

Übrigens sind die Umbauten an der transmediale-Website jetzt auch erfolgt und die Videos zum PHUTURAMA-Symposium von der transmediale.10 jetzt wieder online. [2]

[1] rohrpost – Deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze
[2] www.transmediale.de/en/phuturama

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PHUTURAMA Entered the Hyperspace

The on-air Hyperrraum.TV logo is defintely extraterrestrial: Digits go Saturn!

Every of you who is interested to leran more of the first PHUTURAMA event in the framework of the transmediale.10 Salon Talks, here is a compact, but competent wrap-up by the Munich based scientifically and education-oriented Web TV channel called HyperraumTV. [1]

This is, by the way, a wonderful name (German expression for hyperspace) for a channel to cover the first PHUTURAMA results. The report on PHUTURAMA – “Visual Futurists im Dialog” – is in German language only, but it provides a distinguished summary of the event’s general ambition as well as of the single presentations completed by selected illustrations from the very slides as well as some footage presented on site.

Hyperraum.TV is a project of mediacomeurope GmbH [2], initiated and led by journalist and publisher Dr. Susanne Päch who has a long track record of corporate communication projects especially in affiliation with Deutsche Telekom AG.

[1] Link to the Hyperraum.TV report on PHUTURAMA, “Visual Futurists im Dialog”
[2] Website of mediacomeurope GmbH

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“All Along the Watchtower.” Future Archaeologies by Armin Linke

Reclaim the White Space: 'Kosturnica, Monument to Local Victims in WWII, Prilep, Macedonia', 2009, photographic print, 50 x 60 cm, Ed.: 1/5, 2AP; courtesy Klosterfelde Gallery

In the wake of this year’s very successful transmediale.10 tag line “Futurity Now!” a Twitter link thrown at me and referring to a current exhibition of Armin Linke’s at Future Archaeologies at Klosterfelde Gallery, Berlin draw my attention. The exhibition is quite small, but well selected. The collection of Linke’s photographs provides images of really existing kind of science fiction scenarios that have come to life long ago – and now are just stranded and obsolete artifacts and subject to slow-fading decay. [1]

Most impressing work of art is Linke’s exceptional 3D video Nuclear Voyage which looks like the never seen prologue to Andrei Tarkowsky’s masterpiece Stalker in a deeply sad Post-Tchernobyl world of “eternal coma.” The former future technology looks anything, but shiny. The obligatory radiation- and security-checks documented in long takes by the left-over staff of the actually inactive nuclear power stations and waste sites are a long farewell to yesterday’s high hopes of a better tomorrow.

An ironic twist by the artist is to present this footage from the glory holes of nuclear ambitions in colorful 3D-technology which could be seen as a perspicacious comment on the current hype regarding spatial viewing of images in mainstream movie spectacles like John Cameron’s Avatar or Tim Burton’s current re-interpretation of Alice in Wonderland. Armin Linke’s melancholic 3D masterpiece is a voyage into the phantom limb syndrome of our past’s failed futures.

Duration of the exhibition until March 13, 2010. Opening hours: Tuesdays through Saturdays 11 – 6 pm and by appointment.

[1] Website of Klosterfelde Gallery, Potsdamer Strasse 93, 10785 Berlin

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“White Noise – and Beyond the Infinite!”

To Infinity – and Beyond! Buzz Lightyear abused my iPhone to post this pic of Žilvinas Kempinas' 'White Noise'

The transmediale.10 exhibition Future Obscura [1] – curated by Honor Hager –  presented artworks that use the materials, mechanisms and machines of image-making to illuminate and define our relationship with atemporality – the collision of past, present and future.

One of my favorites artworks in this exhibition was a quite simple, but aesthetically very effective installation by Žilvinas Kempinas, born 1969 in Lithuania who lives and works now in New York. [2] He uses unspooled videotape and electric fans to conjure transfixing visual conundrums such as Flying Tape (2004), which levitated a room-size loop of video tape on the air currents from a circle of fans; and White Noise (2007), which recreated a monumental kinetic screen of “weißem Rauschen”  on the gallery wall. [3]

In the FUTURITY NOW! context it is the work’s stunning force of attraction – cleverly arranged as the single work in a separate room at the HKW – that appealed to me the most  and lured me to getting absorbed by the infinitely buzzing environment.

Quite similar to Dr. David Bowman’s voyage through the 2001 – A Space Odysse’s “Star Gate” you are encountering the vertigo of the racing at great speed across vast distances of space aware to dive into eternity. It’s my second personal reminiscence [4] to Stanley Kubrick’s groundbreaking moving picture in the transmediale.10 context and it says  a lot  about Future Obscura’s definition of atemporality: 2001 defined an image of the future which won’t disappear into the white noise.

[1] transmediale.10 Exhibition Future Obcura
[2] Wikipeda on Žilvinas Kempinas
[3] transmediale.10 Installation White Noise
[4[ PHUTURAMA post on Félix Luque Sánchez’ Chapter I – The Discovery

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2010 – A Platonic Solid Meets »KuBrick« at Transmediale

In our mental 2010 movie, this time the earthlings could have pampered the alien entity from beyond (courtesy Other Sounds)

2010 – The Year We Make Contact by Peter Hyams was the 1984 sequel to Stanley Kubrick’s groundbreaking 2001: A Space Odyssee – both movies based on novels by British writer Arthur C. Clarke –, but it was an epic fail and an inexcusable offense against any audience attracted to a further exploitation of the by then and till now peerless as well as untouchable monolith of science fiction cinema.

But now there is a new hope for Berlin: 2010 is the year, we make contact with the condign successor of the mysterious black “KuBrick” – which seems meanwhile to be regarded as the cinematographic set design’s equivalent to Malevich’s Black Square. [1]

Its shape aims to be one of the five Platonic solids, the Dodecahedron, it is black as well, but it is communicating with us not only by sound, yet by his light emitting edges. It’s this year’s transmediale.10 Award nominee Félix Luque Sánchez’ Chapter I – The Discovery. [2]

More then the sheer object on display at the Instituto Cervantes Berlin during transmediale.10 [3], there are the few, but distinguished video sequences that loop the fictitious discovery of the dodecahedronic anomaly in strange, but beautifully sorted environments. The video stills of Sánchez’ footage – with support of Iñigo Bilbao (3D videos) and Nicolás Torres (video camera) provide the impact of the forever missing 2010 movie Stanley Kubrick never wanted or dared to realise and we all dream of like the Star Child in the final sequence of the original Space Odyssee.

[1] Wikipedia image of Kasimir Malevich’s Black Square
[2] Félix Luque Sánchez’ Website Other Sounds
[3] transmediale.10 Award Nominee Chapter I – The Discovery

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»Doing Strange Things on the Moon?« PHUTURITY NOW! premieres with dorkbot.bln

PHUTURITY NOW! Installations, meetings, events under the blacklight of Bobblespace.

Since “Fly Utopia!” transmediale.2004, c-base, the open structured, independent research hub for the pursuit of scientific, cultural and other futuristic concerns of general public utility, is presenting each year a special programme week of media art and activism coinciding with and transmediale.10 and CTM.10. With PHUTURITY NOW! in 2010 the c-base main hall will be transformed into a ‘vintage 3d wireframe’ environment by Stefan Baumgärtner’s installation ‘Bobblespace’ [1], while the c-lab team will display their ’c-base 3d-printer-demo’ and ‘ c-base multi-touch console’ installations at the starting dorkbot.bln event on Monday, February 1, 2010. A dorkbot highlight and a first glimpse of PHUTURAMA is the c-base Open Moon presentation of the Google Lunar-X-Prize team’s C-ROVE concept in fantastic renderings by mars [2].

• Monday, February 1, 2010; 20:00 > 5 € (Access free with CTM.10/transmediale.10 Festival Pass):
DORKBOT.BLN
Doing Strange Things with Electricity, featuring: c-base 3d-printer (RepMan setup, installation & first testrun) by the c-lab team, ScreamPONG by ProjektionsAreal e. V. [3], C-ROVE (Moon rover design & development) by benone & mars, c-base Open Moon Project. Folowed by OpenMoon presentations, e. g. lazor experiences by gismo of Raumfahrtagentur. [4]

• Tuesday, February 2, 2010; 20:00 > Entrance free
COSMIC OPEN STAGE – PHUTURITY NOW! SPECIAL
Electronica, krautrock, synthesizer jam sessions – the weekly c-base jam session featuring PlayLive, an Ableton multi-touch user interface [5].

• Wednesday, February 3, 2010; 19:00 > Entrance free
WAVELOETEN
Special get-together of the Berlin freifunk community at CTM.10/transmediale.10. freifunk is a non-commercial, free and open initiative that takes part in the global movement for creating free communication infrastructures. Featuring Freifunk Future of WIFI in metropolises / Status Berlin Talk (de); Smartphones vs. Cyborgs Talkshow (de) [Yan „t“ Minagawa & Stephan Karpischek] The Future of mobile personal assistants.

• Thursday, February 4, 2010; 20:00 > Entrance free
PHUTURAMA-LOUNGE
c-base Open Moon Project presentation, a side-event of Phuturama – Symposium on Speculative, Fictitious and Futuristic Design.

• Friday, February 5, 2010; 20:00 > Access free with CTM.10/transmediale.10 Festival Pass
PHUTURITY NOW! MIX-UP
Live classless Kulla & istari Lasterfahrer; Rubberhair; M. Featuring 2d & 3d-plotterbar (RepMan) and Video Community Lounge.

• Saturday, February 6, 2010; 20:00 > Access free with CTM.10/transmediale.10 Festival Pass
BOBBLESPACE FINISSAGE & PHUTURITY NOW! SHUT-DOWN PARTY

[1] Stefan Baumgärtner’s Website Bobblespace
[2] c-base Open Moon Official Google Lunar-X-Prize Team Website
[3] ProjektionsAreal e. V.
[4] Raumfahrtagentur @Hackerspace.org
[5] Marco Kuhn’s Website www.hi-pi.de

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»Transmediale is a Monster!«

The HKW aka the "Pregnant Oyster" is hosting a monster that not even Æon Flux could cope with (Photo Jonathan Gröger, courtesy transmediale.09)

The Haus der Kulturen der Welt and its entire neighbourhood is under siege by German police. It is Tuesday morning, February 26, 2010 and we are not part of another dystopian SF thriller since Æon Flux [1], Kary Kusama’s 2005 adaption of the correspondent MTV animated series from the early 1990s, although the architectural installation heavily under construction by raumlaborberlin [2] fits in the ample foyer of the classic modernist 1950s conference facility like a perfect film set.

It is the annual main press conference event of the two festival siblings that share the “transmediale” brand and against all odds of an almost entirely blocked Tiergarten, caused by the security nightmare associated with the Israeli president Shimon Peres’ state visit to Berlin, many press people, blogosphericalists and supporting programme curators have gathered together in the upcoming PHUTURAMA K1 room. They are listening to festival artistic directors Stephen Kovats (transmediale.10) and Jan Rohlfs (CTM Overlap – Sound & Other Media) under the firm and friendly direction of Sally Below from sbca [3].

After having flooded the poor press people with an unavoidable information overload, at the adjacent Meet & Mingle, all two festivals’ staff are confessing each others that they themselves have lost overview of what is happening in town from Friday, January 29, 2010 on. “The transmediale is a monster” and “If I only knew what I am going to miss.” are some of the statements flocking around the professional crowd.

transmediale.n – festival for art and digital culture berlin [4]

Reason enough to start the attempt to sort out some basic recommendations for all interested visitors and bystanders of the upcoming festivals events beyond PHUTURAMA. But, first of all: Why two festivals and how two differentiate them? The ‘original’ transmediale was founded in 1988 by Micky Kwella to complement the allmighty Berlin International Film Festival “Berlinale” as a video and related time-based media side-kick, but it quickly evolved into a festival institution of its own right at the realms of media art and digital culture. Later driven by charismatic artistic director Andreas Broeckmann and co-curating Susanne Jaschko who both introduced an interest for software art and re-launched the festival in 2001 as an important contributor to the European art scene with their ever-changing imperative tag-lines like “Go Public!” (2002), “Fly Utopia!” (2004) or “Unfinish!” (2007). A tradition followed by current artistic director Stephen Kovats who has broaden the festival’s focus to general issues of societal relevance in the particular contexts of media art. The transmediale festival format consists nowadays of a media art Competition, a costly and well-selected media art Exhibition, a track of Performances, a Conference and accompanying Salon Talks and myriads of other side events by third parties (“tm.satellites”) throughout whole town which make transmediale such a “monster.” Probably you can get media art events and installations here in a density in ten days you couldn’t get in the rest of the country for the entire season.

CTM – Festival for Adventurous Music and Related Visual Arts [5]

And then there is the CTM (club transmediale), the “Festival for Adventurous Music and Related Visual Arts”, which started 1999 as a one-off Special Programme for the transmediale focusing on the vivid electronic music club culture in Berlin which then sucessfully sparked another festival format by its own which is more and more just loosely affiliated to its media art sister transmediale. This is mostly documented by the fact that the CTM follows its own programmatic mottoes and tag-lines which are completely independent from the ones of the transmediale agenda. In 2010 the artistic directors and curators of CTM, Oliver Baurhenn, Jan Rohlfs and Remco Schuurbiers (all from the backing DISK/ctm entity) are follow their 2009 STRUCTURES to the promised land of OVERLAP. In the tradition of the well-established Barcelonese Sonar festival, CTM nowadays falls apart into a conference Day Program at the new independent art and cultural center .HBC [6] in the middle of Berlin’s City-East and the a Night Program at one of city’s club-cultural battleships, the ever-roaming WMF [7]. A third major venue is the nearby temporary exhibition space SPA (for Spandauer Straße 2) which is hosting further art, lectures, workshops, panel discussions and presentations. If you are not confused yet, eat this! A MAZE. Interact [8] is a festival in itself, embedded into CTM.10 to explore and discuss the increasing convergence of music, sound and computer games. At last year’s transmediale days they contributed to the c-base e. V. SNOW PLAY [9] partner event with their own very successful Jump’n Run: BONUS CHEAT, now they are transforming their concept into a proto-festival  – hopefully to the next level of the ever-spreading Berlin media festival landsape.

Some Selected Highlights:

• Saturday, January 30, 2010; 23:00: WMF Floor 1 HEAT, because of VJ SNIPER (CTM.10)

• Sunday, January 31, 2010; 15:30-21:30: .HBC, A MAZE Interact Symposium, featuring Keiichi Yano “The Future of Music in Games” (CTM.10)

• Monday, February 1, 2010; 20:00: c-base e. V. PHUTURITY NOW!, the annual DORKBOT.BLN gathering and vernissage of the Bobblespace mainhall installation (tm.10 & CTM.10)

• Tuesday, February 2, 2010; 18:00: HKW, the prestigious Opening Ceremony of transmediale.10 FUTURITY NOW! with an appearance of PHUTURAMA participant Herbert W. Franke (tm.10)

• Wednesday, February 3, 2010; 14:00-19:00: HKW, *guess what?* (tm.10)

• Thursday, February 4, 2010; 15:00: .HBC, Friends, Helpers. Deflectors.“This s not a Game – Alternate Realities: Expanding Digital Narrative into Real Life” Lecture by Christina Maria Schollerer & Winfried Gerling (CTM.10)20.00: c-base e. V. PHUTURITY NOW!, PHUTURAMA Lounge feat. c-base Open Moon Google X-Prize Competition team presentation

• Friday, February 5, 2010; 15:00: .HBC,  Morphing & Mingling: Sound & Art. “Art as Party, Party as Art – From Warhol’s Exploding Plastic Inevitable to Today” Lecture by Cornelia & Holger Lund (CTM.10)

• Saturday, February 6, 2010; 16:30: HKW, Future Observatory.“Atemporality – A Cultural Speed Control“, Panel featuring Keynote by Bruce Sterling (tm.10)

• Sunday, February 7, 2010; 17:00: HKW, Future Observatory. “Liquid Democracies”, Panel featuring Sascha Lobo e. a.

Please, don’t rely on these recommendations and explore for yourself. For, when I am writing these notes I am realising that I missed on Thursday, January 28, 2010 the CTM.10 Opening Night at the HAU2 – Hebbel am Ufer and it wasn’t even blocked by any authorities: “Transmediale is a monster!”

[1] Wikipedia on Æon Flux – The Movie
[2] transmediale.10 Festival Architecture by raumlaborberlin
[3] sally below cultural affairs
[4] Official Website of FUTURITY NOW! transmediale.10
[5] Official Website of CTM.10 – OVERLAP – Sound & Other Media
[6] The former Haus Ungarn CTM.10 Festival Venue
[7] WMF Club Berlin
[8] A MAZE.Interact CTM.10 Microsite
[9] SNOW PLAY c-base tm.09 & CTM.09 Partner Event Microsite

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