Überraschungsgast beim AustriaCon

Ein Ultraschlachtschiff für die Tonne: Unveröffentlichte MARCO POLO II von Joachim Luetke

Vom 30. September bis 2. Oktober 2016 fand in Wien der AustriaCon 2016 [1] zum 20-jährigen Bestehen des Wiener PERRY RHODAN-Stammtischs statt. Ich hatte dort eine gute Zeit, auch weil mir ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen ist: Zum vom veranstaltenden Con-Mastermind Roman Schleifer auch moderierten Programmpunkt des Risszeichner-Panels mit unserer neuen Koordinatorin und PR-Autorin Verena Themsen, den Kollegen Holger Logemann und Michel Van gesellte sich ein besonderer Überraschungsgast – nämlich Joachim Luetke [2].

Seine einzige veröffentlichte Arbeit ist die stilbildende Saturnraumschiff der Choolks gewesen, die ich schon gerne mal im Überschwang als »schönste Risszeichnung aller Zeiten« bezeichnet habe [3]. Als ich dies geschrieben habe, suchte ich im Vorfeld des PERRY RHODAN WeltCons 2011 nach den großen Verschollenen unter den Risszeichnern. Jürgen Rudig hatte ich in diesem Zusammenhang ja mit avancierten Suchtechniken gefunden und zum Con lotsen können, bei Joachim Luetke gelang dies vor fünf Jahren nicht. So wagte ich anläßlich des diesjährigen Austria Cons einen neuen Anlauf, da ich durch den damaligen Kontakt wusste, dass er in Wien bzw. Umgebung lebt. Zu meiner freudigen Überraschung sagt er diesmal auch zu – und es war eine wunderbare Bereicherung!

Und dies nicht nur durch die persönliche Begegnung und das Gespräch, sondern auch durch das exklusive Mitbringsel, das Joachim Luetke für uns und die Fans mitgebracht hatte: Seine damalige ›Bewerbungsarbeit‹ – eine Risszeichnung der (niemals in der Handlung aufgetauchten) MARCO POLO II, die folgerichtig auch niemals veröffentlicht wurde. Herzlichen Dank für das Privileg, diese bisher unbekannte Arbeit zu PERRY RHODAN hier zeigen zu dürfen.

Durch den HiRes-Scan [4] kann man alle Details genau betrachten. Die disziplinierte Akkuratesse und  Sauberkeit der Linienführung begeistern mich. Beim Aggregate-Design und Stil führt Joachim Luetke den Stil von Ingolf Thalers MARCO POLO konsequent fort. Bei Zelle und Aufriss sehe ich schon das Saturnraumer-Stilmerkmal, bei der Zelle auf alle Ornamente zu verzichten – denn dafür gibt es ja die Beizeichnung! Damit liegt der Kontrast um so stärker auf den detaillierten Aggregate- und Technik-Clustern. Es ist bloß die unzureichende perspektivische Konstruktion, die diese RZ noch ein wenig in der Librationszone zwischen Amateur- und Profiarbeit schwanken ließ.

Schade, dass Joachim Luetke dieses Hobby neben seiner beruflichen Tätigkeit als Gestalter nicht weiterführen konnte.

[1] Website zum Austria Con 2016 in Wien
[2] Joachim Luetke auf Facebook
[3] PHUTUAMA: »Die schönste Risszeichnung aller Zeiten? Joachim Luetkes Saturnraumschiff der Choolks«
[4] HiRes-Scan von Joachim Luetkes MARCO POLO II

 

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»Gyane Schrottkunst, stilvoll inszeniert«

Deponie-Raumer der Gyanli in Blei und Strich

Die Reihe von risszeichnerischen Kooperationen zwischen Jürgen Rudig und mir reißt nicht ab. Unsere jüngste Arbeit eines üblen kosmischen Castor-Transporters ist auch bei der PERRY RHODAN-Redaktion nicht unbemerkt geblieben.

In der Ankündigung [1] vom 18. Oktober 2016 zum aktuellen PR-Roman Nr. 2879 Der Staubtaucher von Uwe Anton spielten Jürgen und ich auf einmal ein Schlüsselrolle in der Erkundung extragalaktischer Verklappungsskandale:

»Dennoch haben zwei Terraner all diesen Gefahren getrotzt, um die tieferen Geheimnisse gyaner Technologie da zu erforschen, wo niemand mit einem Eindringen rechnete. In von der RAS TSCHUBAI geborgten Spezial-SERUNS wagten sich Jürgen Rudig und Gregor Sedlag an Bord eines Deponieraumers.

Die grafische Dokumentation der Ergebnisse ihrer Erkundungsmission stellen wir allen an beeindruckend inszenierter Abfalltechnologie interessierten Terranern zur Verfügung.«

Sehr sweet, aber in den Worten von SENECA, dem Bordgehirn des legendären Fernraumschiffs SOL: »Das wüsste ich aber.«

 

[1] PERRY RHODAN aktuell: »Gyane Schrottkunst, stilvoll inszeniert« – Jürgen Rudig und Gregor Sedlag kümmern sich um Deponieraumer

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»Perry for President!« – Rhodan zum 80!

»When reality is crying out for a white knight to enter the fray and save the day.«

PR80: »When reality is crying out for a white knight to enter the fray and save the day.«

Heute am 8. Juni 2016 wird der fiktionale Namensgeber der PERRY RHODAN-Serie 80 Jahre alt. Perry T. Rhodan wurde am 8. Juni 1936 geboren. Vor einigen Wochen fragte Chefredakteur Klaus N. Frick, ob zeichnerseits jemand eine Idee habe, sich an diesem runden Geburtstag des Helden zu beteiligen.

Das hat mich veranlasst, eine Idee zu verwirklichen, die ich schon lange hege. Wie wären die Ereignisse um Perry Rhodans Mondlandung und die Gründung des Mini-Staats Dritte Macht von den Medien damals aufgegriffen worden? Wäre Perry TIME-Magazines Man of the Year 1971 geworden? Was hätte DER SPIEGEL getitelt?

Jetzt soll er – wieder einmal!? – seine Titelstory in TIME bekommen. Aus aktuellem Anlass – und nicht unbedingt wegen des runden Geburtstags. Meine Illustration zu Perrys 80. hat einen Twist. Ich wollte ein naturalistisches Perry-Porträt, wie wir es noch nicht kennen – nämlich als real gealterten 80-Jährigen!

Dahinter steht eine What-if-Idee: Was wäre, wenn Perry einfach wirklich ›nur‹ der Neil Armstrong des Perryversums wäre. Als erster Mensch auf dem Mond gelandet und wie geplant zurück gekehrt wäre. Ohne Arkoniden-Begegnung; denn eine ÆTRON mit Deflektorschildern hätte sich von primitiven Weltraumexpeditionen einfach nicht zu einem Abschuss herab gelassen.

Aber weil Ex-Astronaut Perry Rhodan Charisma und politische Ambitionen hat, wäre er als langjähriger parteiunabhängiger Senator von Connecticut eine bedeutende Figur der US-Politik geworden. Jetzt zum 80. krönt er seine politische Laufbahn, indem er als unabhängiger Kandidat für die US-Präsidentschaft 2016 antritt, um wen zu verhindern …?

Herzlichen Dank an KNF und die PERRY RHODAN-Redaktion, die meine Idee so positiv aufgenommen haben.

Ein besonderer Dank geht an die unglaublich akribische Übersetzungsleistung von Leslie Dunton-Downer [1], die sich die Mühe gemacht hat, sechs von mir natürlich irgendwie haarscharf daneben getextete englische Vorschläge in ein realistisches TIME-titelwürdiges Format zu bringen!

Leslie hat mir darüberhinaus noch etwas mitgegeben, das ich hier gerne zitieren möchte:

»I wish Rhodan were actually entering the presidential race! I guess this is the magic of sci-fi fictions and comic books etc.: the fantasies they fulfill are all the more electrifying when reality is crying out for a white knight to enter the fray and save the day.«

[1] Leslie Dunton-Downer bei Simon & Schuster

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»Dauerhaft auf Tiuphorenwacht«

Vom Teamplayer zum Solokünstler tiuphorischer Raumschlachtgemälde.

Am heutigen 11. März 2016 ist die jüngste Gemeinschaftsarbeit von Jürgen Rudig und mir im PERRY RHODAN-Band 2847 erschienen. Thema der RZ ist ein »STERNSPRINGER der Tiuphoren«. Ursprünglich war diese Arbeit ganz anders geplant.

Wer die aktuelle PR-Handlung des Zyklus Die Jenseitigen Lande verfolgt, wird wissen, dass die STERNSPRINGER gewaltige abkoppelbare Kampfeinheiten sind der großen Tiuphoren-Habitate sind – den STERNGEWERKEN. Um diesen Kontext risszeichnerisch darzustellen, hatten wir uns noch zusammen mit Rainer Castor überlegt, eine lang gehegte Idee von mir einmal umzusetzen. Die einer Kombi-RZ.  In einem ›Diorama‹ sollte im Vordergrund die RZ des STERNSPRINGERS zu sehen sein, im Hintergrund das gewaltige röhrenförmige Habitat mit weiteren im Gewerkhafen eingeklinkten Bumerang-Raumern. Dass zwei RZs in unterschiedlichen Maßstäben und Detailierungsgraden gut zusammenwirken könnten, habe ich ja schon vor kosmisch langen Zeiten mal angedacht. [1]

Rainer Castors tragisch unerwarteter Tod hat dann all diese Pläne durchgerüttelt. Rainer hatte gerade wenige Monate zuvor die RZ-Redaktion vom heutigen PR-NEO Rüdiger Schäfer übernommen und zusammen mit der einspringenden Bettina Lange aus der PR-Redaktion haben wir beschlossen das Thema doch wieder zu splitten.

Der STERNSPRINGER war wie in der Bleistiftversion oben zu sehen schon fertig. Aber vom STERNGEWERK gab es nur ein paar vage Linien, die mit der Entscheidung zur Stand-alone-RZ aber vielleicht gar nicht genutzt werden, da die Zeichnung ja jetzt nicht als Ensemble funktionieren muss. Aber sie wird kommen!

Wieder in Kooperation mit dem fantastischen Jürgen Rudig, der in diesem Fall hier meine Vorzeichnung des STERNSPRINGERS – noch als Ensemble-RZ angelegt – zu einem vollwertigen Thema aufbohren musste. Dabei halfen auch die KRIEGSKAPSELN, die Jürgen und ich inzwischen schon gelauncht hatten. [2]

Wir beide schieben jetzt dauerhaft ›Tiuphorenwache‹. Neben dem STERNGEWERK sind noch weitere RZs zum »Imperium der Empörer« geplant.

Im Anschluss noch die Druckversion des »STERNSPRINGERS der Tiuphoren« samt Legende.

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Zeichnen wie Rudig: KRIEGSKAPSEL mit Tiuphoren

Stilvergleich: Original und Fälschung (oben: Jürgen Rudig)

In PERRY RHODAN Band 2835 erschien eine weitere Gemeinschaftsarbeit von Jürgen Rudig und mir. Für diese Risszeichnung musste ich sogar lernen zu zeichnen wie Jürgen.

Die KRIEGSKAPSEL ist ein kleineres Landungs- und Einsatzgefährt, so dass es uns sinnvoll erschien, einen der Tiuphoren-Krieger in full force neben das eigentliche Raumschiff zu setzen. Es war schnell klar, dass das meine Aufgabe sein sollte, aber die Figur musste mit der fertigen Kapsel im typischen Rudig-Stil natürlich harmonieren.

Also habe ich einen Crash-Kurs im Zeichnen im Rudig-Stil belegt; das Ergebnis könnt ihr oben sehen. Ich muss es euch sagen, es macht sehr viel Spaß – und es geht auch richtig schnell!

Die »KRIEGSKAPSEL der Tiuphoren« war praktisch eine freie Arbeit von Jürgen und mir, da uns weder in den Exposés noch in den PERRY-RHODAN-Romanen eine Beschreibung gegeben worden ist, wie diese Kapseln aussehen sollten. So versuchte ich mir gerade so typische Frucht- und Samenkapseln aus dem Pflanzenreich als Inspirationsquelle vorzunehmen – allerdings mit ›ausfahrbaren‹ Waffen- und/oder Triebwerksauslegern. Einzige Vorgabe des Exposés war, dass die in PR 2810 genannte »Tropfenform« sollte als Grobbeschreibung gültig bleiben.

Im Anschluss noch die RZ mit Nummerierung und Legende, wie sie im Heft erschienen ist.

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DIE LIGA DER INTERNET-SCHURKEN

Ein Superschurken- bzw. Superhelden-Comic braucht vor allem Farbe!

Vor drei Jahren habe ich meine erste komplett abgeschlossene Comic-Geschichte veröffentlichen können – DIE LIGA DER INTERNET-SCHURKEN. Ermöglicht im Auftrag der Digitalen Gesellschaft e. V. [1] und auf das besondere Engagement von Markus Beckedahl [2] hin. Auslöser waren die Anti-ACTA-Proteste im Jahre 2012 und eine Idee von Sascha Lobo.[3]

Im Frühsommer 2012 war das Scheitern von ACTA im Europäischen Parlament noch nicht ausgemacht gewesen. Die Netzaktivisten in und um die Digiges herum suchten nach Wegen und Möglichkeiten ihren Protest wirksam zu kommunizieren. Sascha Lobo riet, die Kräfte hinter solch intransparenten internationalen Vereinbarungen wie ACTA – oder aktuell TTIP – in Form von ›Superschurken‹ wie aus US-Superheldencomics zu personifizieren und zu diskreditieren. Auf der Suche nach jemanden, der in diesem Stil etwas entwerfen und umsetzen könnte, hat Markus Beckedahl mich dann angefragt.

Und nicht nur ein »ACTA-MAN« war gewünscht – eine ganze LIGA DER INTERNET-SCHURKEN sollte es sein! Am Ende wurden es der panzerköpfige AGENT A.C.T.A., der schimärenhafte TROY als Alias des »Bundestrojaners«, die nano-begabte DEEP PACKET INTRUDER, ein Gedanken lesender und manipulierender ZENSOR, ein Abmahnanwalt und Patent-Troll namens LAWSUIT LIZARD und ANTI-NEUTRON, die ›Nemesis der Netzneutralität‹ als Ausgeburt eines komplett kontrollsüchtigen und unfreien Internets. Darüber schwebte als klandestine PRISM-förmige – es ist Juni 2012! – eine Überwachungsinstanz namens ALL-SEEYING EYE als Verkörperung eines alles durchdringenden Überwachungsstaates. (more…)

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»RAS TSCHUBAI – Unboxed«

Von den ARCHEN des Typs II, die im Stardust-System der »Fernen Lande« ihren Einsatz fanden, direkt ins Herz der RAS TSCHUBAI – meine letzte Arbeit mit Rainer Castor.

Meine aktuelle Veröffentlichung in der PERRY RHODAN-Heftroman-Erstauflage (Band 2831) [1] wagt einen detaillierteren Blick auf Perry Rhodans jüngstes Flaggschiff RAS TSCHUBAI, dem »Omniträger-Fernschiff der SUPERNOVA-Klasse«. Es ist auch ein Vermächtnis.

In meiner Komplett-RZ der RAS TSCHUBAI [2] für PERRY RHODAN Band 2751 aus dem letzten Jahr konnten viele interessante Details nicht so ausführlich gewürdigt werden, wie sie es verdient hätten, was bei dem Abmessungen von 3000+ Meter  auch nicht so verwunderlich ist.

Der Auftrag, den ich aller Ruhe vielleicht innerhalb eines Dreivierteljahrs absolvieren wollte und für den ich mich Mitte 2013 gemeldet hatte, wurde quasi über Nacht für PR 2751 aktuell – aus guten Gründen. Denn mit dem Jubiläumsband 2750 [3] – vielleicht in Anlehnung an PR 250 »Die 6. Epoche« im klassischen MdI-Zyklus – wurde ein neues Kapitel der PERRY RHODAN-Raumschiffe aufgeschlagen – inklusive eines Farbposters des PR-Titelbildillustrators Arndt Drechsler.

Aber abgesehen vom Zeitdruck, gab es eine Komplikation: Dass in der RAS TSCHUBAI für eine RZ so wenig Details und Aggregate zu sehen sind, lag an den minutiösen Vorgaben von Rainer Castor. Zum ersten Mal bei einer Risszeichnung für PERRY RHODAN waren decksgenaue Vorgaben einzuhalten. Rainer hatte dafür einen genauen Decksplan samt Lage, Größe und Form der wichtigen Aggregate vorgegeben. Was in einer Schemazeichnung gut aussieht, kann dann bei der Umsetzung in einer RZ eben ungewohnt aussehen. Ein Großteil der Arbeit bestand in der akkuraten Interpretation dieser Deckspläne – und die stimmen auch!

Da bin ich stolz drauf – insbesondere, da die RAS TSCHUBAI wie auch die hier gezeigte ›Satellitenarbeit‹ des 500-Meter-Wohnmoduls leider so etwas wie Rainer Castors Vermächtnis [4] geworden sind. Wie sehr er hier und für das ganze PERRY RHODAN-Universum im allgemeinen gewirkt hat, möchte ich mit diesem kurzen Blick hinter den Ereignishorizont des Expokraten-Datenblatts zur RAS TSCHUBAI zeigen:

Rainer Castors Schnitt durch die 30 Hauptdecks der RAS TSCHUBAI (eine Illustration von gut zwei Dutzend zum Thema)

Beim Wohnmodul – hier oben in gelb markiert – war ich wie gewohnt fast frei – von der Einteilung in die fünf Hauptdecks, der Lage und Anordnung der Wohnblöcke und der Antigravschächte abgesehen.

Mit der Konzeption der RAS TSCHUBAI hat Rainer die PERRY RHODAN-Technologie auf Jahre hinaus definiert. In dem Thema stecken noch eine Reihe weiterer Satellitenarbeiten – vielleicht ist das Wohnmodul ja nicht die letzte. Ich hoffe, Rainer würde es freuen.

 

[1] Offizielle Info zu PR-Band 28131 »Der Pensor« von Marc A. Herren
[2] Meine RZ der RAS TSCHUBAI in ›pure art‹
[3] PERRY RHODAN-Online-Club zum Jubiläumsband 2750
[4] »Er war nicht nur der Datenfachmann« – Rainer Castor bei PERRY RHODAN

Im Anschluss noch die Legende, die ich aus seinen umfangreichen technischen Daten extrahiert hatte und die er für die Veröffentlichung redigiert hat.

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»MIKROBESTIE entfesselt!«

RZ MIKROBESTIE der USO und ursprünglicher Farbsketch für Computerspiel-Konzept

Ende letzten Jahres fragte mich Jürgen Rudig nach einem interessanten Risszeichnungsthema für PERRY RHODAN. Er habe Lust zu zeichnen.

Und wie bei unserer ersten Zusammenarbeit GREMLIN aka MR. MO [1] habe ich auf meiner Festplatte gekramt und einen Entwurf entdeckt, den ich gerne in der Interpretation des nach Mœbius besten Zeichners der Welt vollendet gesehen haben wollte. Danke an Jürgen, dass er sich die Mühe gemacht hat, aus meinem lockeren Entwurf eine ›echte‹ Rudig-RZ zu machen! Wie immer gibt es nach einem Klick auf das obige Bildmotiv die Datei in hoher Auflösung. Und die Facebook-Freunde werden spätestens dann auch den »unschuldigen Mülleimer« wiederentdecken.

Die Idee für einen Kleinstkugelraumer für PERRY RHODAN hatte ich 2002 für mein Computerspiel-Konzept »USO: Alien League«. Hier im Anschluss die für den aktuellen Abdruck in PR 2823 zu umfangreiche Original-Legende zur MIKROBESTIE, in der diese Herkunft noch aufscheint.

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»Ant-Man« – Marvels Mikrokosmos expandiert

Die kleinen Dinge mal ganz groß sehen – Marvels »Ant-Man«

Mehr Zerstörung und Action war bislang die goldene Regel der zahlreichen Marvel/Disney-Filme. Der schier endlose, teilweise ermüdende Malstrom, aus berstenden Gebäuden oder epischen Schlachten hatte zuletzt in Captain America: The Winter Soldier und Avengers 2: Age of Ultron eher langweilige Höhepunkt erfahren.

Nun schickt Marvel einen winzigen Helden an den Start das actionüberdrüssige Gemüt der Zuschauer zu besänftigen und das Boxoffice zu erobern – Ant-Man! Und in diesem Fall könnte der Plan aufgehen. Ant-Man betrat 1962 das Marvel-Universum, erdacht von Stan Lee, Larry Lieber und Jack Kirby. Ein Superheld aus der zweiten Reihe, der nun im gleichnamigen Film von Peyton Reed (Girls United, Yes Man) einem größeren Publikum zugänglich gemacht werden soll. Reed ist mit Ant-Man zweifellos der beste Film seiner bisherigen Karriere gelungen. Mit einer gehörigen Portion Witz und Selbstironie wird der Zuschauer in einen phantasievoll gestalteten Mikrokosmos entführt, wo schon ein paar Wassertropfen ernsthafte Probleme für Leib und Leben darstellen können, der aber auch neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet …

Bereits mit Guardians of the Galaxy wurde dem Zuschauer ein eher unbekannterer Teil des Marvel-Universums vorgestellt. Gewürzt mit einer Portion Humor und Ironie konnten die Guardians viele Pluspunkte beim Publikum sammeln. Derartiges scheinen die Macher von Ant-Man wieder anzustreben. Selten nahm sich ein Superheldenfilm so sehr auf die Schippe. Das funktioniert streckenweise richtig gut, schießt jedoch bei den witzig gedachten Einlagen der Sidekick-Gaunergang des verkrachten Protagonisten Scott Lang (Paul Rudd) aka Ant-Man leider übers Ziel hinaus. Die Einlagen dieser Chaostruppe wirken bemüht. Es gibt keine tragfähigen Frauenrollen im Film. Weder Hope van Dyne (Evangeline Lilly als Tochter des Verkleinerungsgenies Dr. Pym, gespielt von Michael Douglas) noch Langs Ex-Frau können sich frei spielen und  Eigenständigkeit erlangen.

Darüberhinaus bleiben charismatische Bösewichte bei Marvel Mangelware. Denn außer Thors Loki warten wir auf bemerkenswerten Gegenspieler der Superhelden. Auch bei Ant-Man bleibt Stoll als Darren Cross als Yellowjacket farblos. Schade. In solchen Momenten fragt man sich etwas wehmütig: Was wäre gewesen wenn Edgar Wright (Shaun of the Dead) Regie geführt hätte? Er hatte mehrere Jahre am Projekt mitgearbeitet, schied dann aber aus, nachdem er sich mit Marvel/Disney überwarf. Trotz allem ist der Film unterhaltsam. Dies ist vor allem dem blendend aufgelegten Cast, allen voran Paul Rudd in der Titelrolle, zu verdanken. Auch Michael Douglas ist anzumerken, welche Freude ihm die Rolle des Dr. Pym bereitet haben muss. Und eine Menge Ameisen sind auch mit von der Partie. Sie sind die heimlichen Co-Stars des Films, zeigen sie doch, dass trotz Winzigkeit, große Dinge geschaffen werden können, wenn man zusammenarbeitet.

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»Terminator: Die Auflösung«

Zähne zeigen – trotz mäßigen Erfolgs: »Terminator: Genisys«

Als 1984 der erste Terminator-Film in die Kinos kam, war dies ein Meilenstein des Science-Fiction-Genres. Schnell avancierte The Terminator zum Kultfilm und der Satz des Terminators (unnachahmlich von Arnold Schwarzenegger verkörpert) »I’ll be back!« hat mit Sicherheit ungezählte Unterhaltungen im wahren Leben, hoffentlich mit Augenzwinkern, beendet.

Der Erfolg des Films zog vier Fortsetzungen nach sich: Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991), Terminator 3 – Rebellion der Maschinen (2003) und Terminator: Die Erlösung (2009). Allerdings zeigten sich in Teil 3 und 4 bereits erhebliche Verschleißerscheinungen. Lang schon schien Skynet auserzählt – der Kampf der Menschheit gegen die Maschinen, die Geschichte von Sarah Connor, ihrem Sohn John und seinem Vater Kyle Rees, sowie dem legendären T-800.

Doch nun wird im neuen Film Terminator: Genisys [1] die Geschichte bzw. die Zeitlinien noch einmal um einige Facetten erweitert – oder auch verkompliziert. Wir befinden uns nun im Jahr 2029. Der finale Kampf der Skynet-Maschinen gegen die Menschheit, unter der Führung von John Connor (Jason Clarke), steht bevor. Skynet hat eine Zeitmaschine entwickelt, mit deren Hilfe ein Terminator (Arnold Schwarzenegger) ins Jahr 1984 geschickt werden soll, um Sarah Connor (Emilia Clarke) zu eliminieren, damit Rebellenführer John Connor niemals geboren wird. Kurz vor der Abschaltung Skynets kann der Terminator durch die Zeit gesandt werden. John Connor schickt seinen Kampfgefährten Kyle Reese (Jai Courtney) hinterher, um Sarah zu beschützen. Doch diese ist bereits bestens vorbereitet: Ihr zur Seite steht ein Terminator – ebenfalls verkörpert durch Arnold Schwarzenegger …

Gleich zu Beginn des Filmes erwartet den Zuschauer eine gigantische Welle der Zerstörung, wenn Skynet am ‘Judgement Day’ die Kontrolle übernimmt. Positiv fallen die zahlreichen Referenzen auf den ersten Terminator-Film auf. So kann der Zuschauer noch einmal die Szene erleben, in welcher der Terminator in nackter Bioummantelung im Jahr 1984 ankommt und drei Punks um deren Kleidung erleichtert. Kurze Zeit später begegnen sich der der alte und neue Terminator. Hinsichtlich der Special Effects ist da der Film hier zweifellos auf der Höhe der Zeit.

Nach dieser guten ersten halben Stunde trübt sich die Laune schnell ein. Das hat mehrere Gründe. Das Zusammenspiel von Emilia Clarke und Jai Courtney ist blutleer. Das mag dem Umstand geschuldet sein, dass die Protagonisten ständig auch versuchen müssen, dem Zuschauer die doch verwirrenden Zusammenhänge der Zeitlinien zu erklären. Da bleiben Emotionen und Unterhaltung auf der Strecke. Einzig Arnold Schwarzenegger sorgt mit einigen gelungenen One-linern und ironischen Anspielungen aufs Alter für eine humoristische Auflockerung des zähen Plots.

Desweiteren hat Regisseur Alan Taylor es völlig verschenkt einen tiefer gehenden Bezug zur aktuellen technischen Entwicklung herzustellen. War im Jahr 1984 Skynet noch eine Dystopie, sind wir heute technisch schon einen Schritt weiter. Doch interessante Aspekte wie Datensicherheit oder Überwachung (NSA-Affäre) werden bestenfalls nur angerissen. Aber vielleicht war es auch nicht die Absicht des Regisseurs auf diese Themen näher einzugehen. Aber vielleicht war es auch nicht die Absicht des Regisseurs auf diese Themen näher einzugehen.

Übrig bleibt ein halbgares Science-Fiction-Spektakel, das über weite Strecken den Zuschauer nicht erreicht. Von den Schauspielern sticht einzig Arnold Schwarzenegger heraus. Das ist zu wenig.

[1] Terminator: Genisys – Die offizielle Filmwebsite

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»Gen-5« – Fünf generische Superhelden im öffentlichen Auftrag

»Vier von fünf Helden sollt ihr sein!« – Mein neuestes Superhelden-Team kämpft im öffentlichen Auftrag

Für die Freunde von der Open Knowledge Foundation Deutschland [1] durfte ich in den letzten Wochen an einem Projekt mitwirken, das ganz überraschend auch mein Faible für Superhelden-Neuinterpretationen angesprochen hat. Hier oben im Bild also die  »Gen-5« – bestehend aus PLATINUM, LIQUID [METAL], CARBON und COBALT (nicht im Bild: TITAN).

Für eine Informationskampagne der Technologiestiftung Berlin [2] in Kooperation mit der o. g. OKF und der Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz [3] suchten wir nach Wegen auf spielerische Weise Menschen bewusst zu machen, dass ihre Internet-Nutzungsgewohnheiten – vor allem mobil via Smartphone – gewisse Datenspuren hinterlässt. Dazu wählten wir das sich aus Printzeiten ins Internet-Zeitalter gerettete Format des Persönlichkeitstests à la »Welcher Beatle wärst du gewesen?« und fragten »Was ist deine geheime Identität im Netz?« [4]

Schon vorher war klar, dass wir für unseren Test ganz grob fünf unterschiedliche Internet-Nutzertypen ausmachen würden, die das gesamte Spektrum zwischen Paranoia und und Post-Privacy abdecken würden. Da fiel die Aufteilung auf fünf Superhelden-Charaktere nicht so schwer:

LIQUID – Nutzt das Netz wie niemand sonst – überall und nirgends zu fassen. LIQUIDS Datenspuren sind der Glitter in den sozialen Netzwerken, die ohne sie sonst sinnlos blieben.
COBALT – Tollt nach Lust und Laune durch die Netze. Das Internet hat zuviel zu bieten, um sich heute schon Sorgen um Morgen zu machen.
PLATINUM – Wahrt die perfekte Balance zwischen Chancen und Risiken im Internet. Das Vorbild für alle Helden im Netz.
TITAN – Bestens gerüstet für alle perfiden Attacken von Phishern, Neppern und Identitätsdieben. Doch so manche Gelegenheit auf neue Kontakte und Möglichkeiten wird zu gründlich abgewehrt.
CARBON – Ist für Google & Co. ein schwarzes Loch. Surft wie ein Tarnkappenjäger datenschattenlos durch die Netze – und erkennt sich manchmal selber nicht.
Mit der Superhelden-Metapher konnten wir einerseits eine klar balancierte Empfehlung aussprechen, ohne alle anderen Nutzungsarten zu diskreditieren. Denn in einem Superhelden-Team zählt die Diversität – und alle sind super!
Der kubistisch abstrahierte Illustrationsstil ist mir in jüngster Zeit in vielen Darstellungen rund ums Netz und die digitale Sphäre aufgefallen – z. B. in der Kampagne von Torben, Lucie und die gelbe Gefahr für WIRED Deutschland [5]. Diese »3D-Polygon-Optik« scheint für eine Mainstream-Publikum jetzt die Form von Computerisierung anzuzeigen, für die bis vor einiger Zeit noch die Grob-Pixel-Darstellungen aus Space Invaders herhalten mussten.
Darüberhinaus sind mir viele Umsetzungs-Beispiele auch aus dem Superhelden-Genre auf Pinterest zugeweht [6], so dass ich sehr froh war war, diesen für mich völlig ungewohnten Zeichenstil einmal selbst anwenden zu können. Trotz des hohen Abstraktionsgrads gelingen die Superhelden-typischen Überzeichnungen überraschend einfach. Ich könnet mir sogar vorstellen, das Experiment einer ganzen Geschichte in diesem Stil zu wagen.
Wie die Superhelden u. a. live im Stadtraum der Berliner City-West zum Tragen kommen, der kann in diesem TV-Beitrag des RBB [7] zum Launch der Kampagne einige kurze Eindrücke gewinnen. Ansonsten ist der den Persönlichkeitstest erweiternde »Stadt-Parcours« von »Was ist deine geheime Identität im Netz?« noch bis Donnerstag, den 18. Dezember live zu erfahren. [8]
[1] Open Knowledge Foundation Deutschland
[2] Technologiestiftung Berlin
[3] Berliner Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz
[4] SMARTE BÜRGER – Online-Quiz
[5] Horizont: Launch-Kampagne: WIRED lädt Roboter zur Zwischenmiete
[6] Pinterst: Beispiel für kubistische Superhelden-Illus
[7] RBB Abendschau: Wie gläsern sind Smartphone-Benutzer?
[8] SMARTE BÜRGER – Stadt-Parcours

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»10 Minuten, 90 Grad«

Das wunderbare Kongressthema in der Illustration von abcassirer.de!

Da ich inzwischen ein wenig abgekühlt bin, hier noch ein Nachtrag zu meinem »Sauna-Lighning Talk« beim 5. Weltkongress der Hedonistischen Internationale [1] vor einigen Wochen irgendwo in einem post-sozialistischen Erholungsresort zwischen Hamburg und Berlin.

Ich war einfach spät dran. Meine einzige legitime Möglichkeit an der Veranstaltung noch teilnehmen zu können, war, einen Vortrag einzureichen. Mein Lieblingsthema [2] über das Versagen der Science Fiction riss es dann:

»Science Fiction als literarisches und insbesondere multimediales Genre der Populärkultur in TV, Kino und Computerspielen hat mit der Jahrtausendwende sein gesellschaftspolitisches Momentum verloren. Als Genre bedient die Science-Fiction klar umrissene kommerziell Stereotypen und Topoi, die es als Genre kenntlich machen. Gesellschaftliche Großentwürfe oder negative Dystopien können sich kein Gehör mehr verschaffen. Es ist auffällig, dass literarische Science-Fiction mehr und mehr genre-untypisch als zeitgenössische Belletristik vermarket wird. Was als Ausweis von Akzeptanz im Mainstream verstanden werden könnte, ist aber in meinen Augen eine Marginalisierung. Die SF ist nicht mehr so brisant und gefährlich, dass sie wie im gesamten 20. Jahrhundert länger in den Genre-Grenzen der Popkultur domestiziert werden muss. Ihre Funktion als ‘Trainingsprogramm’ zur Anpassung der Massen an den gesellschaftlichen Wandel hat sie praktisch eingestellt. In der stark beschleunigten digitalen Technosphäre ist die literarische SF zur bloßen ‘Gegenwartsliteratur’ geworden. Viele Zukunftsszenarien rinnen ambitionierten Autoren während des Schreibprozesses unter der Tastatur hinweg. Denn was sind einige Tausend Autoren fiktionaler Narrative gegen die Übermacht der Millionen Autoren von Code, der in Computerprogrammen die Welt in Echtzeit verändert. Das Cyberpunk-Genre hat diese technologische Revolution metaphorisch wie pop-ästhetisch beschleunigt, und dabei die Science-Fiction als Sonde in mögliche Zukünfte ausgelöscht. Was heißt dies für unsere netzpolitischen Debatten? Veraltete Sprachbilder wie ‘Big Brother’ und ’1984′ zeigen wie unzureichend unsere aktuellen Debatten durch vorausschauende Begriffsprägungen der Science-Fiction unterfüttert sind. Brauchen wir – in den Worten von Günter Hack [3] – eine ‘neue’ Science Fiction? Und wie könnte diese aussehen? Wer sie schreiben?«

Die Regeln der Sauna-Talks haben es mir schwer gemacht, das ambitionierte Abstract umzusetzen:

»Neben den bisherigen Vortrags- und Workshopformaten soll es dieses Jahr mit den Lightning-Sauna-Talks eine Weltpremiere geben: Konzept ist 90 Grad, 10 Minuten, 1 Aufguss, 1 Vortrag. Auch hierfür werden noch hitzeresistente Referent:innen mit spannenden, erheiternden und ernsten Kurzvorträgen gesucht – auch spontan vor Ort.«

Ich war nicht hitzeresistent, sondern musste nach fünf Minuten schon einmal für eine Abkühlung im See unterbrechen. Die Teilnehmer sind mit und haben mich der zweiten Halbzeit wunderbar unterstützt.

Danke an alle vor Ort.

[1] Fünfter Weltkongress der Hedonistischen Internationale vom 29. Mai bis 2. Juni 2014
[2]»Das Ende der Science-Fiction« – Reaktionen auf einen re:publica-Vortrag
[3] FAZ: »Wir brauchen eine neue Science-Fiction!«

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“Thor – The Dark Kingdom”

Marvel's Thor: The Dark World: Ohne Loki wäre Thor bloß ein Hammerwerfer

Im Jahr 2011 schaffte Marvels Comic-Held “Thor” mit einem eigenen Film den Sprung auf die große Kinoleinwand, und das unter der Regie von Kenneth Branagh auch recht erfolgreich. Es war nur eine Frage der Zeit, bis es eine Fortsetzung geben würde. Nun ist es endlich soweit, Thor – The Dark Kingdom startet am 31.10. in den deutschen Kinos. Beim aktuellen Sequel durfte Alan Taylor, vor allem bekannt von Game Of Thrones oder Sex And The City, das Regiezepter schwingen.

Asgard: Thor (Chris Hemsworth) hat es als Sohn des übermächtige Allvaters Odin (Anthony Hopkins) nicht leicht. Nachdem der Glaube in allen neun Welten schwindet und es immer mehr Aufstände gibt, muss Thor dort für Ordnung sorgen. Außerdem hat Odin seinem Sohn untersagt, seine große Liebe Jane Forster (Natalie Portman) wiederzusehen. Doch es braut sich noch mehr Unheil zusammen: Die Dunkelelfen wollen unter der Führung von Malekith (Christopher Eccleston) das Universum, samt der neun Welten, zerstören. Doch dies kann nur gelingen, wenn Malekith Jane Forster entführt. Sie trägt durch Zufall eine unheimliche Substanz in sich, welche die Dunkelelfen für ihr Zerstörungswerk brauchen. Um die Dunkelelfen zu stoppen, braucht Thor die Hilfe seines eingekerkerten Bruders Loki (Tom Hiddleston)…

Zu Beginn des Films wird der Zuschauer mitten hinein geworfen in in die Schlacht zwischen den Dunkelelfen unter Führung von Malekith und Odins Kriegern. Schon da zündet Alan Taylor ein wahres Feuerwerk an Spezialeffekten, besonders die Waffen der Dunkelelfen, eine Art Bomben, die schwarze Löcher erzeugen, sind sehr eindrucksvoll. Überhaupt sind die Actionsequenzen ein visueller Hochgenuss, z. B. wenn das gewaltige Schiff der Dunkelelfen auf der Erde landet und den Boden durchpflügt. Was Thor 2 an Effekten auf der Habenseite verbuchen kann, wird allerdings beim Script leider wieder abgezogen. Die Actionsequenzen sehen zwar gut aus aber wirken besonders zum Ende hin zu lange und daher ermüdend. Die Figuren bleiben größtenteils erstaunlich blass. Eine angenehme Ausnahme bildet dabei Tom Hiddleston, der Thors Bruder Loki wieder unvergleichlich zelebriert. Ein Blick, ein Zucken im Mundwinkel und der Zuschauer ist in Lokis Bann. Nicht immer stimmig aber trotzdem lustig sind die Slapstickeinlagen von Dr. Stellan Skarsgard, der als durchgeknallter Kauz im wahrsten Sinne des Wortes alle Hüllen fallen lässt. Chris Hemsworth und besonders Natalie Portman haben nicht viel beizutragen. Ihre Rolle leidet unter dem simplen Drehbuch besonders. So darf sie meist nur verängstigt in einer Ecke stehen und auf Rettung (durch Thor) warten. Hier wurde eindeutig Potential verschenkt. Während des Filmes kann sich der Zuschauer des Eindrucks nicht erwehren, dass Regisseur Taylor (zu) vielen Figuren Raum geben wollte sich zu zeigen. Der mystische Heimdall (Irdis Elba) verliert mit Thor am Tisch sitzend und ein Bier trinkend, jedwede geheimnisvolle Unnahbarkeit, die ihn noch im ersten Thor-Film so bemerkenswert machte.

Taylor verhebt sich weiter: Er “vergisst” einfach die Figuren auch irgendwann zusammen zubringen. So lebt der Film erst dann merklich auf, wenn sich endlich z.B. Thor und Loki gegenüberstehen.

Zugegeben Thor – The Dark Kingdom macht Spass, nicht zuletzt wegen der technisch einwandfreien und visuell eindrucksvollen ausufernden Actionszenen à la Man Of Steel. Wenn sich die Figurenkonstellationen (besonders Loki vs. Thor) erst einmal herausgebildet haben, dann kann der Film durchaus auch mit komischen oder dramatischen Elementen punkten. Aber leider sind diese Momente eher selten. Zu oft stört das unausgegorene Drehbuch mit seinem Mangel an präziser Dramaturgie den positiven Gesamteindruck.

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“Les Aventures Aérostatiques du Monsieur Péregrine Thibaux Rhodan & Compagnie”

Barock-Perry und Bully mit ihrer Strato-Montgolfière POUSSIÈRE DES ÉTOILES – erbaut auf Initiative eines Edelmannes unbekannter Provenienz.

Perry Rhodan, Bully und Atlan als Ballonpioniere im spätbarocken Ancien Régime. Dies ist nach “Steampunk” [1] meine zweite Interpretation eines möglicherweise weiter aufgefächerten PERRY RHODAN-Multiversums.

Mein Dank gilt hierbei Hubert Haensel als Redakteur des PERRY RHODAN-Reports, der vierwöchentlichen Beilage zur Heftserie, der mich ermutigt hat, einige meiner Ideen hierzu zu einer losen Reihe von Report-Titelbildern zu fassen. Während die Report-Titelillustrationen die Motive als S/W-Zeichnungen zeigen (hier das Original [2] aus PRR 269/PR 2720), versuche ich hier im Blog darauf aufbauend euch die farbige Interpretation im Comic-Look zu präsentieren.

Das “Steampunk”-Motiv war mit seinen Zitaten an Jules Vernes Klassiker Von der Erde zum Mond in ein schon etabliertes Sub-Genre der Science Fiction eingebettet, das “Barock”-Motiv erweist Neal Stephensons gleichnamiger Trilogie [3] seine Referenz.

In der Folge der durch die Gebrüder Montgolfier in Frankreich entwickelten “Aerostatischen Maschinen” initiiert Atlan als wohlhabender Edelmann unbekannter Herkunft am Vorabend der Französischen Revolution einen Edelgasballon für den stratosphärischen Einsatz bis an die Grenze des Weltraums. Sein Kalkül ist, die Aufmerksamkeit der automatischer Wachsonden des auf dem Erdmond havarierten Arkonkreuzer AETRON zu erwecken, dessen Erscheinen ihm die Passivorter seiner Tiefseekuppel angekündigt hatten.

Als Edelmann im Ancient Régime ist es Atlan absolut unmöglich selbst an diesem Wagnis teilzunehmen, von welchem ihm sein Logiksektor auch strikt abgeraten hätte. So vertraut er seine fortschrittliche Konstruktion den ihm vom Hofe empfohlenen bürgerlichen Abenteurer Péregrine Thibaux Rhodan und Reginald Bulle an. Beide stecken in wärmenden und luftdichten Atmosphärenanzügen, die die renommiertesten Uniformschneider und Harnischfeger Paris’ den beiden Luftfahrern auf den Leib geschneidert haben.

Auf der Ballonhülle der Strato-Montgolfière POUSSIÈRE DES ÉTOILES prangen in Gold die Abbildungen des Königspaar Ludwig XVI. und Marie Antoinette – oder sind es etwa Crest und Thora? Und was hat es mit der Kugelraumer-artigen Emblem zwischen den beiden auf sich? Wer erkennt die Kunstwelt WANDERER, die Welt des Ewigen Lebens?

Es ist allerdings reine Spekulation zu glauben, dass die exorbitant kostspielige Expedition des Monsieur Péregrine Thibaux Rhodan & Compagnie an die Grenzen des Weltraums der Auslöser für die Französische Revolution gewesen sei. Richtig aber, dass in Folge der Ereignisse von 1789 nicht ein Korse, sondern ein Luftfahrer Europa und die Neue Welt zu einer universellen Republik unter dem Code Rhodan vereint hat…

[1] PERRY RHODAN-Multiversum: “Steampunk”
[2] “Barock”-Original-S/W-Motiv aus PR-Report 269 (PR 2720)
[3] Wikipedia über Neal Stephensons Barock-Trilogie

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“The Adventures of Perry Rhodan, Gentleman”

PERRY RHODAN Steampunk

Unter dem Eindruck des nachhaltigen Erfolgs von PERRY RHODAN NEO, das in diesen Tagen das erste runde Jubiläum von 50 Ausgaben voll macht, habe ich mir den Spaß erlaubt, das “PERRY RHODAN-Multiversum” weiter aufzufalten – und zwar mit der Launch-Version eines potentiellen PERRY RHODAN-Steampunk-Universums.

Dieses Motiv ist als Cover für den am 12. Juli 2013 erscheinenden PERRY RHODAN-Report 467 (PR I 2708) in Schwarzweiß [1] gedacht gewesen, aber ich finde, eine Farbversion hier im Blog kommt noch schöner.

Als Exposition fürs Steampunk-Perryversum steht auch hier zu Beginn eine erste U.S.-amerikanische Mondexpedition à la Jules Verne im Mittelpunkt. Die STARDUST steht auf einem Dampfkatapultschlitten, der das zusätzlich von Festkörperraketen-Treibsätzen befeuerte Projektil über eine Rampe gen Mond schießen wird. Captain Reginald Bull steht schon in voller Montur bereit, während Perry Rhodan von einem exotischen Gentleman mit überirdisch weißen Haaren zum waghalsigen “Unternehmen STARDUST” gedrängt zu werden scheint. Den “Einsamen der Zeit” mit dem “Erben des Universums” schon zum Start einander nahe zu bringen, ist eine eher kühne Ableitung aus dem klassischen PR-Universum, die die jeweiligen Charaktere der beiden Männerfreunde neu zu interpretieren scheint: Der “Sofortumschalter” Perry ist eher ein Zauderer, dessen faustischer Zug vom nahezu mephistophelisch beseelten Atlan erst geweckt wird.

Wohin das ganze Unternehmen schließlich führen wird, ist im Einklang mit der klassischen PR-Geschichte aufgeführt: Wie Sternengötter bewohnen die außerirdischen Arkoniden Crest und Thora das Firmament mit ihrer AETRON (die Kugelzelle ist nach Vorbild Ingolf Thalers RZ der CREST II [2] gezeichnet, die ursprünglich den auf dem Mond notgelandeten Kreuzer darstellen sollte); ihr eigentliches Ziel – der “Planet des ewigen Lebens” in Form der Kunstwelt WANDERER – zieht für die Arkoniden in weit entrückter Ferne seine Bahn. Ihre Zeit ist abgelaufen.

[1] Das PERRY RHODAN Multiversum: “Steampunk”-Version aus PR-Report 467 (PR I 2708)
[2] PR-Materiequelle – Ingolf Thalers RZ der CREST II (ursprünglich AETRON, PR I 278)

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