{"id":3123,"date":"2024-03-09T18:32:39","date_gmt":"2024-03-09T18:32:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.phuturama.de\/?p=3123"},"modified":"2024-03-09T18:32:39","modified_gmt":"2024-03-09T18:32:39","slug":"vom-fan-zum-beitragenden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.phuturama.de\/?p=3123","title":{"rendered":"Vom Fan zum Beitragenden"},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>Wie Risszeichnungen den Weg er\u00f6ffneten, selbst ein kleiner Teil des Ph\u00e4nomens PERRY RHODAN zu werden \u2013 von Heiner H\u00f6gel<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-medium\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"469\" height=\"625\" src=\"http:\/\/www.phuturama.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/PAX-Bleistiftzeichnung-469x625.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2994\" srcset=\"http:\/\/www.phuturama.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/PAX-Bleistiftzeichnung-469x625.jpeg 469w, http:\/\/www.phuturama.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/PAX-Bleistiftzeichnung-768x1024.jpeg 768w, http:\/\/www.phuturama.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/PAX-Bleistiftzeichnung-1152x1536.jpeg 1152w, http:\/\/www.phuturama.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/PAX-Bleistiftzeichnung-1536x2048.jpeg 1536w, http:\/\/www.phuturama.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/PAX-Bleistiftzeichnung-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"(max-width: 469px) 100vw, 469px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Heiner H\u00f6gel hat diesen Text speziell f\u00fcr IN LINEARTR\u00c4UME verfasst. Er hat dankenswerterweise f\u00fcr die Ausstellung die Bleistiftvorzeichnung seines epochalen \u00bbForschungskreuzers der GAV\u00d6K, PAX-Klasse\u00ab zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang stand die Faszination, die eine Science-Fiction-Serie vom Kaliber PERRY RHODAN auf einen F\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen Mitte der siebziger Jahre aus\u00fcbte. In einer Zeit, in der man noch nicht wie heute mit medialen Inhalten aller Art buchst\u00e4blich \u00fcberflutet wurde. Da lernte die Fantasie fliegen, indem jede Woche ein Roman voller futuristischer Wunder verschlungen wurde. Trotz der aus heutiger Sicht reichlich martialischen Szenarien wurde die eigene Imagination im positiven Sinne angeheizt. Generell waren die Begriffe \u00bbZukunft\u00ab und \u00bbTechnik\u00ab \u00fcberwiegend positiv besetzt, das Jahr 2000 noch unvorstellbar fern und gleichzeitig ein Projektionsort gro\u00dfer Erwartungen. Die PERRY RHODAN-Serie verk\u00f6rperte den im Grunde ganz unschuldigen Traum vom Reisen zu fernen Sternen, dem Erforschen exotischer Welten und der Entwicklung v\u00f6llig neuer Technik, um dies alles zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei wurden durch die Illustrationen und Titelbilder der Serie auch visuelle Welten er\u00f6ffnet, die bei kreativen Jugendlichen wie mir auf Resonanz stie\u00dfen. \u00dcbrigens auch durchaus kritischer, denn einige Abbildungen konnten schon mal Verwunderung ausl\u00f6sen, wenn die Beschreibungen in den Romanen ganz anders waren als die Illustrationen. Die gr\u00f6\u00dfte Anziehungskraft ging f\u00fcr mich aber von den Raumschiffen aus, die gerade am Anfang der Serie treibendes und tragendes Element jeder Handlung waren. Beim Lesen wurde jedes technische Detail aufgesogen im Bestreben, sich eine stetig wachsende Vorstellung von den Details dieser imagin\u00e4ren Technik zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon fr\u00fch wurde der visuelle Part der Serie durch \u00bbRisszeichnungen\u00ab erg\u00e4nzt, die anfangs unregelm\u00e4\u00dfig und sp\u00e4ter alle vier Wochen eine Doppelseite in der Heftmitte zierten. Ihr Gattungsname war von der Zeichentechnik abgeleitet, bei der die Raumschiffe buchst\u00e4blich \u00bbaufgerissen\u00ab darstellt wurden, so dass man Einblick in unz\u00e4hlige Feinheiten des inneren Aufbaus der Sternenschiffe bekam. Technische Explosionszeichnungen aus dem Ingenieurswesen waren Widerpart und Vorbild dazu in der realen Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Risszeichnungen verliehen den Raumfahrzeugen eine gesteigerte Art von Realismus, die das eigene Vorstellungsverm\u00f6gen nur noch mehr anstachelte. Bald entstanden die ersten eigenen Zeichnungen, Sch\u00fclerkritzeleien ohne besonderen Wert (au\u00dfer f\u00fcr einen selbst). Und schnell begann auch das Forschen, wie diese bewunderten Werke der ersten Risszeichner eigentlich handwerklich gemacht wurden. Wie den meisten \u00bbSchicksalsgenossen\u00ab der zuk\u00fcnftigen n\u00e4chsten Risszeichnerriege fielen mir dann irgendwann die ersten Zeichenschablonen in die H\u00e4nde. Dazu ein Band \u00fcber technisches Zeichnen aus der B\u00fccherei \u2013 und schon reifte die Idee (oder sogar der Drang), es selbst einmal damit zu versuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dank Willi Voltz, dem sehr am Kontakt mit den Lesern interessierten Autor, Expos\u00e9-Schreiber und Redakteur der PERRY RHODAN-Serie gab es damals die M\u00f6glichkeit, ihm eigene Machwerke zuzuschicken \u2013 mit der minimalen Hoffnung, dass diese auf der w\u00f6chentlichen Leserkontaktseite der Serie abgedruckt w\u00fcrden. Und ein paar schafften es von da aus dann sogar bis in den \u00bbOlymp\u00ab: eine eigene in der Heftmitte ver\u00f6ffentlichte Zeichnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele meiner Mitstreiter haben sich anfangs an den Sujets der aktuellen Romanhandlung orientiert, also Technik aus den Beschreibungen der Serie abgebildet und mit detailliertem Leben erf\u00fcllt. Dazu vergab die Redaktion sp\u00e4ter auch spezifische Auftr\u00e4ge. Aber das musste nicht zwingend so sein, zumindest gab es zu dieser Zeit noch keine allzu strengen Regeln seitens des Verlags dazu. Und ich selbst sah das von Anfang an definitiv nicht so eng. Ich tobte meine Fantasie lieber bei Raumschiffen aus, die (meiner Meinung nach) gut in den Handlungskosmos passen w\u00fcrden, aber eben nicht direkt aus den Romanen stammten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das \u00bbWas-w\u00e4re-wenn\u00ab, die kreative Triebfeder der Science-Fiction-Literatur schlechthin, lie\u00df mich Konzepte erforschen, die in Zwischenr\u00e4umen der gro\u00dfen Handlungsb\u00f6gen Platz fanden. Nat\u00fcrlich stets darauf bedacht, den \u00bbKanon\u00ab der Serie nicht zu verlassen, aber dennoch neue R\u00e4ume f\u00fcr die eigene Imagination zu erkunden. Hilfreich war auch, dass es zu den Risszeichnungen meistens auch Bildlegenden und allgemeine Erg\u00e4nzungstexte gab, die \u00fcblicherweise vom Zeichner selbst verfasst wurden. Bei mir waren diese Textanteile immer etwas umfangreicher, weil sie mir eine weitere Plattform zur Vermittlung meiner kreativen Vorstellungen verschafften.<\/p>\n\n\n\n<p>In der R\u00fcckschau kann man das heute besser erkennen: Das Risszeichnen hat es vielen (vor allem jungen) Serienanh\u00e4ngern erlaubt, von konsumierenden Fans zu Mitgestaltern eines gigantischen Universums der Vorstellung zu werden. Da meine Mitstreiter und ich aus eigenem Entschluss und aus dem Wunsch heraus, selbst kreativ zu werden, unsere zeichnerischen Beitr\u00e4ge geleistet haben, kann man sagen, dass wir uns buchst\u00e4blich selbst \u00bberm\u00e4chtigt\u00ab haben, unsere Fu\u00dfabdr\u00fccke im Gesamtwerk dieser mittlerweile seit unglaublichen 62 Jahre laufenden Romanserie zu hinterlassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist Au\u00dfenstehenden wahrscheinlich kaum zu vermitteln, welche Befriedigung es bei einem jungen Menschen ausl\u00f6st, wenn man eine eigene Idee in ein solch gro\u00dfes Werk der Imagination einflie\u00dfen lassen oder auch \u00bbein- schmuggeln\u00ab kann. Mir selbst ist das zweimal gelungen. Aus den bestehenden Technologie-Beschreibungen der Romane hatte ich eine bisher nicht \u00bbexistierende\u00ab Form eines Atmosph\u00e4renantriebs abgeleitet, den sogenannten \u00bbGravojet\u00ab. Tats\u00e4chlich tauchte meine \u00bbErfindung\u00ab dann vereinzelt sogar in Romanen und Risszeichnungen anderer Kreativer auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Und zum anderen ist es mir gelungen, meinen Zeichnerkollegen eine weitere Ver\u00f6ffentlichungsplattform innerhalb der Heftserie zu verschaffen. Die sogenannten \u00bbDatenbl\u00e4tter\u00ab waren zun\u00e4chst nur als ebenfalls vierw\u00f6chentlich erscheinende Erg\u00e4nzung gedacht, um Seitenrisse von Raumschiffen der Serie darzustellen (analog zu Typenb\u00fcchern der realen Luftfahrt). Der schon erw\u00e4hnte (legend\u00e4re) Autor und Redakteur Willi Voltz hatte meinem Vorschlag zun\u00e4chst versuchsweise zugestimmt. Einmal als fester Bestandteil der Heftstruktur etabliert, wurde in der Hand (und der Imagination) der anderen Zeichner daraus aber schnell eine Spielwiese zur Darstellung von allerlei Technik aus der Serie. Einer sich daraus entwickelnden Explosion kreativer Ideen zumindest den Weg geebnet zu haben, machte mich als jungem Mann sehr stolz.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist der Punkt: Als junger Mensch die Chance zu bekommen (zu finden), eigene Ideen zu entwickeln und damit zu einem sehr viel gr\u00f6\u00dferen Werk beizutragen, so wie es bei mir und sicher auch bei manch anderen jungen Zeichnern der Fall war, das st\u00e4rkt das Selbstbewusstsein und macht einem klar, dass man mehr ist als ein winziges anonymes R\u00e4dchen im Getriebe. Dies sind Selbsterkenntnisse und Erfahrungen, die einem auch abseits der imagin\u00e4ren Welt der PERRY RHODAN-Serie im t\u00e4glichen Leben von Nutzen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Weiter zur Ausstellung<\/em> <a href=\"http:\/\/www.phuturama.de\/?p=3121\">>><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie Risszeichnungen den Weg er\u00f6ffneten, selbst ein kleiner Teil des Ph\u00e4nomens PERRY RHODAN zu werden \u2013 von Heiner H\u00f6gel Heiner H\u00f6gel hat diesen Text speziell f\u00fcr IN LINEARTR\u00c4UME verfasst. Er hat dankenswerterweise f\u00fcr die Ausstellung die Bleistiftvorzeichnung seines epochalen \u00bbForschungskreuzers der GAV\u00d6K, PAX-Klasse\u00ab zur Verf\u00fcgung gestellt. Am Anfang stand die Faszination, die eine Science-Fiction-Serie vom [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[9,27,14,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3123"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3123"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3123\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3126,"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3123\/revisions\/3126"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.phuturama.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}